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Moderne Theorien verbunden mit unkompliziertem Stil - so macht Astrophysik Spaß
Der Autor verspricht nicht zu viel, wenn er behauptet, die Herkunft der Stoffe, aus denen Organismen wie wir bestehen, lasse sich auch ganz ohne Gleichungen verständlich darstellen: John Gribbin gelingt dies scheinbar mühelos. Er bedient sich über weite Strecken eines ebenso interessanten wie effektiven Konzepts, indem er die Geschichte der hierfür relevanten Zweige der Astrophysik chronologisch nachvollzieht. So kann sich der Leser die Inhalte mit den Augen der Forscher erschließen und lernt zugleich einige faszinierende Wissenschaftlerpersönlichkeiten kennen. Gribbin erzählt und erklärt in einem angenehmen, unkomplizierten Stil, er vermeidet überflüssige Fachwörter und weiß Sachverhalte packend darzustellen; immer scheint auch seine eigene Begeisterung für dieses Thema durch und reißt den Leser mit. Es ist ja nicht nur eine wunderbare Tatsache, dass die Atome unserer Körper tatsächlich von Sternen geboren wurden, sondern das Universum und auch unser Sonnensystem bieten manche weitere Überraschung. Wussten Sie übrigens, dass alles heute auf der Erde vorhandene Wasser von Kometen und ähnlichen Himmelskörpern dorthin verfrachtet wurde?
Leider sind dem Lektorat ein paar (allerdings nicht allzu bedeutsame) Fehler entgangen, unter anderem in den Strukturformeln der lebenswichtigen Aminosäuren und DNA-Basen. Die Übersetzung hingegen ist gut gelungen, und die Aufmachung mit etlichen qualitativ hochwertigen Farbfotos lässt nichts zu wünschen übrig.
Insgesamt ist das Buch sehr empfehlenswert für alle, die der Frage "Woher kommen wir?" zumindest auf molekularer und physikalischer Ebene nachgehen möchten und sich für "das Leben, das Universum und den ganzen Rest" nicht nur auf belletristischer, sondern auch auf sachlicher Ebene interessieren. Zumal dieser Autor dem Leser nicht seine eigenen Theorien aufdrängt, sondern eine kontroverse Diskussion unterschiedlicher moderner Ansätze betreibt.
Wissenschaft spannend erklärt mit "Aha-Effekt"
Zugegeben, der Buchtitel deutet zunächst mal auf eine unterhaltsame populärwissenschaftliche Lektüre zum Thema "Weltall" hin. Der Leser stellt bald fest, dass das Buch nicht nur spannend geschrieben ist, sondern einen geschichtlichen Überblick über die wissenschaftlichen Leistungen bekannter und weniger bekannter Personen miteinander in Zusammenhang bringt. In sofern ein Buch mit "Aha-Effekt", das in der Lage ist, vielleich bereits bekannte Experimente und Denkmodelle miteinander zu verknüpfen. Die historische Entwicklung des Wissens über Atome, der weitere Ausbau des Atommodells, die Erkenntnisse zum Energiebegriff und zum Weltall werden verständlich dargestellt und als Fortsetzung auf dem bis dahin bekannten Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit erklärt.
Empfehlen kann man dieses Buch jedem, der sein naturwissenschaftliches Schulwissen weiter ausbauen und vor allem durch "Querverbindungen" miteinander verknüpfen möchte. Dass es von John Gribbin geschrieben wurde, darf als Markenzeichen für spannende Wissensvermittlung gewertet werden.
Wir sind nicht allein im Kosmos
Im Jahre 2001 haben amerikanische Wissenschaftler Experimente durchgeführt, in denen das Umfeld interstellarer Gas- und Staubwolken simuliert wurde. Ultraviolette Bestrahlung, wie sie typischerweise auch von jungen Sternen ausgehend auf kosmische Gas- und Staubwolken einwirkt, führt zur Bildung komplexer organischer Moleküle. Die Forschungsergebnisse stützen die Hypothese, dass Leben (zumindest in einfacher Form) kein zufälliges Ereignis ist, sondern an vielen Orten im Weltraum vorkommen kann.
John Gribbin, Physiker und Wissenschaftspublizist, schlussfolgert, dass der Ursprung des Lebens viel älter als die Erde und in den Weiten des Weltalls zu suchen ist. Die erdbezogene Evolutionsforschung wäre damit auf einen Teilbereich der Gesamtentwicklung beschränkt. Positiv ausgedrückt: Der Entstehung von Leben haben kosmische Zeiträume zur Verfügung gestanden und nicht nur die relativ kurze Zeit der bisherigen Erdgeschichte. Evolutionskritikern, denen insbesondere die geringe Zeitspanne der Entwicklung auf der Erde für die Entfaltung von Leben zu kurz erscheint, könnte damit der Wind aus den Segeln genommen werden.
Gribbin beschreibt eine plausible Variante der von verschiedenen Autoren in der Vergangenheit ins Gespräch gebrachten Panspermien-Hypothesen. Nach seiner Auffassung reicht die komplexe Chemie interstellarer Wolken aus, um die Entwicklung einfacher Biomoleküle zu erklären. Kritisiert wird an dieser Lehre, dass nicht die Entstehung von Leben erklärt, sondern lediglich der Ort der Entstehung verlagert wird.
Lesenswert sind Gribbins Einführung in die Astrophysik, die Beschreibung der Lebensgeschichte der Sterne und damit eng verknüpft die Herkunft und Entwicklung der chemischen Elemente. Von der (keinesfalls neuen) Erkenntnis, dass der menschliche Körper aus den Überresten ausgebrannter Sterne besteht, geht eine gewisse Faszination aus.
Fazit: John Gribbin präsentiert moderne Erkenntnisse der Wissenschaft auf gewohnt unterhaltsame Weise.
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