Customer Review:
Klasse Idee - mangelhafte Darbietung
Zunächst wird sich mancher wundern: wieso bitteschön fünf Sterne für dieses Buch? Dazu später mehr.
Ich schließe mich zunächst den bisherigen Kritiken an: das Buch ist ganz einfach schlecht gemacht: der Text holprig und vermag nicht, eine Begeisterung für die Grundidee des Autors zu wecken.
Die Grundidee ist fantatstisch und sehr wohl überzeugend. Dazu muss man aber auch die Dokumentationen, die mittlerweile im Fernsehen (z.B. arte, 3sat) gelaufen sind, mit einbeziehen.
Wer den Autor kennt, weiß, dass sich die Idee bei ihm über viele viele Jahre im Kopf entwickelt hat. Nun wollte er es der Welt nur noch mitteilen. Eine wohl eher lästige Übung, die schnell über die Bühne gehen sollte mit einem durch und durch selbstgemachten Buch. Der Text wurde nicht lektoriert, die Grafiken hat ein Freund des Autors erstellt, die auf dem Rechner perfekt aussahen, nur im Druck leider nicht so gut rüberkommen. Und weils eben schnell und unkompliziert gehen sollte, ging das Ganze über "Book on Demand".
Der Autor ist ein begnadeter Denker, er ist aber sicher nicht in der ersten Riege guter Autoren anzusiedeln.
Die fünf Sterne gibt es dennoch aus zwei Gründen:
1. Weil die Erklärung, woher wir unsere Sternbilder wirklich bezogen haben dürften, ziemlich revolutionär ist und größte Beachtung verdient.
2. Weil sich der Autor 100% selbst eingebracht hat - mit seiner starken Idee aber auch seinen Schwächen der Darstellung, was angesichts seiner Forschungsergebnisse aber völlig zweitrangig ist. Kein elegantes Buch von der Stange, sondern ein sehr authentischer Kai Helge Wirth (der privat leicht chaotische aber sehr liebenswerte Züge an sich hat).
Nur im Preis hat er sich grob nach oben verhauen. Ich hoffe schon, dass er sich mal irgendwann aufrafft, und ein "ordentliches" Buch zustande bringt. Aber so lange ist dieses dünne Büchlein das einzige (Standard-)Werk zu dieser Theorie.
interessante These, ABER
ABER wo ist die Beweisführung? Was unterstützt die These? Das wäre wirklich eine große Sache, wenn das stimmen würde, aber nichts auf der Welt - sorry - nichts in diesem Buch belegt das ganze auch nur irgendwie glaubhaft.
Ein derart spannende These über sehr unterschätzte neolithische Kulturen verdient ein besseres Buch.
Sternbild der Niete
kein schönes buch. die grundidee ist zwar klasse, doch die ausführung absolut keine 20 ¬ wert. auf 48 (nicht immer ausgefüllten) seiten wird der haupttext ausgebreitet, auf weiteren 33 seiten werden karten, reproduktionen und zeichnungen (sämtlich in schwarz/weiß) des autors oder layouters präsentiert, und auf den restlichen (der insgesamt 106) seiten befinden sich anmerkungen, literaturhinweise, danksagung, widmung und impressum, und ganze 12 seiten sind schlicht und einfach leer.
die geschichte selbst wird trocken und langweilig erzählt (kein wort etwa über den womöglich aufregenden und spannenden entdeckungsprozeß der buchthese an sich), bietet dafür aber einen haufen nicht erklärter fremdworte und - vermutlich - kluge sätze wie diesen hier:
>Die Fechnersche Reizschwelle für ästhetisches Bezugsempfinden, die über bestimmte Proportionierungsverhältnisse erreichbare Vorstellung von "Bezug", widerspricht dem ebenso wie die Platonische These einem Inbeziehungsetzen heterogener Bestände durch Proportionierung.<
bei den karten sieht's nicht viel besser aus, denn die optische qualität der meisten ist ziemlich miserabel. sehr grobkörnig, der text darauf wegen fehlender (farb-)kontraste nicht immer gut zu lesen, und manche karten sind so klein, daß man einfach nichts vernünftiges darauf erkennen kann, abgesehen von solchen, die mir ob fehlender worterklärung völlig unverständlich geblieben sind. die reproduktionen sind auch nicht immer toll anzuschauen, und so hat man sich entschlossen, von einigen lieber nachzeichnungen zu liefern. doch wer zieht schon eine skizze des buchautors der abbildung der original-weltkarte von 500 v.chr. vor?
kurz: es machte wenig spaß, den text zu lesen oder die karten und bilder anzuschauen, und nach beendeter lektüre war ich dermaßen verstimmt, daß ich glaubte, diese harschen worte hier zu papier bringen zu müssen.
fazit: 1 sternchen, dem sternbild der niete entsprechend.
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