Customer Review:
Lieblos gemacht und schlecht zu lesen
Kosmologie, ein spannendes Thema. Als jemand, der an sich schon gut mit der Materie vertraut war, aber sich etwa drei Jahre nicht mehr mit astronomischen Themen beschäftigt hat, dachte ich mir: Kauf Dir dieses Buch, damit Du wieder einen Einstieg hinkriegst. Mit der Erwartung, kurz und knapp, aber gut informiert zu werden, kaufte ich dieses Buch. Auf gerade einmal 118 Seiten wird das Thema Kosmologie abgehandelt, wobei sich der Autor in meinen Augen ziemlich verheddert hat. Unanschaulich, viel zu knapp, oberflächlich und ohne didaktisches Können versucht der Autor, sein sicherlich großes Wissen in ein kleines Format zu quetschen. Während die ersten 50 Seiten noch einigermaßen lesbar sind, wird ab dann nur noch mit Fachbegriffen um sich geworfen, werden komplexe Zusammenhänge auf wenigen Zeilen abgehandelt. Dabei stört sehr das fast völlige Fehlen von Illustrationen. Die wenigen vorhandenen Abbildungen sind schlechter Qualität. Ich persönlich habe nichts gegen Formeln (es dürfen gerne viele sein, dann kann man mit Taschenrechner eigene Rechenexperimente machen), im Buch werden sie auch nicht gar zu oft verwendet. Doch was nützt mir, der ich kein Physik-Studium hinter mir habe, eine Formel, die nicht erklärt ist und deren Maßeinheiten unklar bleiben?
Mit wie wenig Liebe dieses Buch gemacht wurde, zeigt sich auch an noch einem kleinen Detail: Im ganzen Buch gibt es keine Begriffserklärung, was unter Kosmologie überhaupt zu verstehen ist. Allein das Inhaltsverzeichnis gibt einem eine Vorstellung, was vielleicht alles dazugehört. Gekauft habe ich dieses Buch, um mit dem daraus gewonnenen Wissen wieder echte Fachbücher (z.B. Weiße Zwerge - Schwarze Löcher von Sexl/Sexl) lesen zu können, um Erklärungen für wichtige Begriffe zu haben. Tatsache ist: Das oben genannte Buch ist, trotz vieler Formeln, einfacher zu lesen und vermitteln profundere Erkenntnisse. Wer über Kosmologie wirklich etwas wissen will, sollte z.B. zunächst das Buch "Astrowissen" lesen und dann zu den verschiedenen Fachbereichen echte Fachbücher kaufen. Die dortigen Erläuterungen mögen komplexer sein als in "Kosmologie" - aber weit besser zu lesen.
Wer die Zeit hat, "Kosmologie" zwei oder dreimal zu lesen, wer Zeit für Recherchen zu Unklaren Stellen hat, der kann sich an dieses Buch heranwagen.
Zwei Sterne (und nicht einen) gebe ich dem Buch wegen dem attraktiven Preis und der Tatsache, daß trotz schwierigem Text hier und dort Erkenntnisse vermittelt werden - wenn auch nicht im geringsten anschaulich.
Ausgezeichnet für Einsteiger
Trotz des kompakten Formats (130 Seiten) ist es dem Autor gelungen, das Thema übersichtlich und populärwissenschaftlich abzudecken. Wenn auch nicht alle Varianten moderner kosmologischer Modelle erläutert werden konnten, so finden die wesentlichen aktuellen Entwicklungen Erwähnung.
Zweimal Lob, einmal Tadel: Gefallen hat mir, dass der Text trotz der physikalischen Thematik nur wenige Formeln und keine komplizierten Gleichungen enthält, die einen Einsteiger abschrecken könnten. Dass die moderne Kosmologie aber eine auf physikalischen Modellen basierende "Hard Science" ist, lässt der Autor unmissverständlich durchblicken. Das zeigen spätestens die Vertiefungen am Schluss, in denen u.a. kurz und knapp auf Elementarteilchenphysik und Relativitätstheorie eingegangen wird. Lobenswert ist auch das neunseitige Glossar mit Begriffserklärungen. Tadel: Das Glossar ersetzt kein richtiges Register aller im Buch auftretenden Stichwörter. Das ist ein Manko für ein wissenschaftliches Buch, denn man kann schlecht etwas nachschlagen.
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