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Chaos Theorie als Welterklärung
Dieses Buch war geeignet, meinen Blick auf die Welt erheblich zu verändern. Dabei geht es mir nicht um den 3. Teil des Buches, den ich für spekulativ und pseudo-religiös halte. Auch muss ich mir eingestehen, dass meine mathematisch - naturwissentschaftliche Ausbildung in der Schule leider nicht immer ausreichte, um das Buch zu verstehen. Aber dennoch: Nach Lektüre des Buches kam ich mir wie alphabetisiet vor. Ich glaube, sehr viele Phänomene deutlich besser zu verstehen zu können. Die Philosophen verlieren ihr Welterklärungsmonopol an die Mathematiker und Physiker.
unbedingt lesen!
zugegeben, im letzten drittel kommt es zu abschweifungen und das lesen bereitet keine mit den vorhergehenden kapiteln vergleichbare freude mehr. dafür handelt es sich um ein exzellent recheriertes und geschriebenes buch. abgesehen von der liebevoll gestalteten aufmachung (idee der thematischen spiegelung an der buchmitte) und den durchweg klaren formulierungen bietet das buch eine menge beispiele aus dem täglichen leben und dem wissenschaftlichen kontext, die die zahlreichen denkanstöße illustrieren und untermauern. jeder der sich mit moderner wissenschaft beschäftigt sollte sein reduktionistisches denken mithilfe dieses buches hinterfragen. mathematische kenntnisse sind nur bedingt voraussetzung, da es oftmals darum geht eine idee bzw. den kern einer sache zu verstehen und nicht die mathematischen zusammenhänge. oftmals werden vergleiche und beispiele herangezogen, die einem den einstieg erleichtern.
Größtenteils empfehlenswert
Selten hat mich ein Buch in letzter Zeit so zum Nachdenken angeregt wie dieses. So gesehen haben die Autoren vermutlich Recht, wenn sie die (potentielle) Bedeutung der Chaostheorie gleichsetzen mit den beiden großen Theorien des 20. Jahrhunderts, der Relativitätstheorie und der Quantentheorie.
Leider kommt manchmal zu klar zum Ausdruck, dass die Autoren selbst Verfechter dieser Theorie sind und so leidet an einigen Stellen, besonders im dritten Abschnitt, meiner Ansicht nach die Objektivität ein wenig. Überhaupt ist aus meiner Sicht der dritte Abschnitt der schwächste, verliert er sich doch ziemlich stark in Spekulationen.
Die beiden anderen Abschnitte sind jedoch hervorragend und bieten eine Fülle von vielen Erkenntnissen, die man so oft noch nicht gesehen hatte. Auch die gelegentlich geringe Tiefe bestimmter mathematischer Aspekte kann eher als Anregung gesehen werden, sich tiefer in die Materie einzuarbeiten, zumal die Literaturliste sehr ausführlich ist.
Alles in allem ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.
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