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Vermächtnis einer großen Konfession
Was hat uns dieses Werk, das zur Zeit seines Erscheinens der Bestseller des berühmtesten Naturforschers seiner Epoche war, heute noch zu sagen? Viel mehr, als die eineinhalb Jahrhunderte rasender Veränderungen erwarten lassen, die uns davon trennen. Humboldt ist zwar als Verkörperung des zur Gesamtschau befähigten Allround-Spezialisten einzig und unwiederholbar; seine frühe Wegweisung zu einem transdisziplinären Wissenschaftsverständnis, das nicht nur die Naturwissenschaften untereinander vernetzte, sondern auch die Humanwissenschaften weiter zu ihrem Recht kommen ließ, ist aber im Grunde aktueller denn je.
Die Idee der ganzheitlichen Menschenbildung, die ihn mit seinem Bruder Wilhelm und mit Goethe verband, ist wohl nie umfassender konkretisiert worden als eben in Alexander von Humboldts „Kosmos". Und wer die Schönheit deutscher Sprache nicht nur in der Dichtung sucht, sondern in der Beschreibung unserer vielgestaltigen Welt überhaupt, wird von Humboldt mit einem unerschöpflichen Reservoir beschenkt.
Faszinierende Themen - doch leider unlesbar
Ich habe mich darauf gefreut das Buch zu lesen, wurde dann aber mehr als enttäuscht. Es gibt wohl drei Gründe dafür:
1. Das ich nach fünzig Seiten immer noch in so einer Art Einleitung drinsteckte wo manche Dinge zum zehnten Mal erwähnt wurden,
2. Die doch recht merkwürdige Schreibweise(die damals allerdings normal gewesen zu sein scheint); ich habe noch nie ein Buch gelesen wo so lange und fast in jedem Satz um den heißen drumherum geredet wird.
3. Die nicht endenwollenden Sätze! Man fängt einen Satz an, bekommt fünf Fremdwörter an den Kopf geworfen, guckt im Großen Brockhaus nach um sich die Wörter erklären zu lassen(was meistens nicht klappt weil die Wörter völlig veraltet sind und nicht drinstehen), dann liest man weiter und plötzlich öffnet sich eine Klammer( und hinter dieser Klammer verbergen sich genug Wörter die in einem ''normalen'' Buch 5 Sätze ausfüllen würden, dann ist man natürlich leicht überfordert mit der Fülle an Informationen und hat den Teil vor der Klammer auch schon wieder vergessen und darf von Vorne starten.
Ich habe schon sehr viele Bücher, auch anspruchsvolle Bücher gelesen, aber diese Mischung aus Punkt 2 und 3 die ich hier angeführt habe, macht es einfach unheimlich frustrierend das Buch zu lesen. Stellenweise habe ich manche Sätze viermal!!! gelesen um überhaupt mal den Sinn zu erahnen!
In diesem Buch stecken sehr viele und sehr interessante Informationen, doch was nützt es mir wenn ich nicht herankomme???
Der große Wurf des Alexander von Humboldt
Alexander von Humboldts Südamerikareise von 1799 bis 1804 machte ihn in ganz Europa zum Star - auch deshalb, weil er am Anden-Vulkan Chimborazo höher hinaufgelangt war als je ein Mensch zuvor. Es war die größte privat finanzierte Expedition der Geschichte. Die Auswertung der Reise und die Publikation der Ergebnisse beschäftigten Humboldt, der nach der Rückkehr zunächst in Paris lebte, für den Rest seines Lebens und zehrten sein gesamtes Vermögen auf. Eine Reihe von öffentlichen Vorträgen, die er 1827/28 in Berlin hielt, erwies sich als überraschender Publikumserfolg und bestärkte ihn in der Idee, sein Wissen über die Welt in einem schriftlichen Werk zu versammeln: dem "Kosmos". In fünf Bänden, die zwischen 1845 und 1862 erschienen, beschreibt Humboldt für den wissbegierigen Leser alle nur denkbaren Phänomene des Weltraums und der Erde: die Sterne, Planeten und Kometen, die Kontinente, Gebirge, Flüsse, Vulkane, Erdbeben, Gesteinsarten, Fauna und Flora. Eine gewaltige Zusammenschau des damaligen geographischen Wissens. Das war durchaus auch ein politisches Signal, galt doch Bildung immer noch als Privileg der Eliten. Der "Kosmos" ist Ausdruck von Humboldts Überzeugung, dass jedermann ein Recht auf Wissen und Bildung hat - ein Fanal zum Aufbruch in die Wissensgesellschaft.
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