Namibias faszinierende Geologie. Ein Reisehandbuch

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Namibias faszinierende Geologie. Ein Reisehandbuch


Authors: Nicole Grünert
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: September 2005
Publisher: Hess, Göttingen
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Customer Review:
Ein sehr gutes und empfehlenswertes Buch
Das Buch "Namibias faszinierende Geologie" wurde am 22. Juli 1999 in Windhoek vorgestellt und ich wurde, in meiner Eigenschaft als Präsident des touristischen Dachverbandes von Namibia (FENATA, gebeten dabei über das Buch zu sprechen. Dies tat ich mit Vergnügen, da das Buch ganz bewusst als Reiseführer für Besucher Namibias gedacht ist und die geologischen Entwicklungen in einer Form erklärt, die für Laien verständlich ist. Ich bin seit knapp 30 Jahren im Tourismus tätig und weiss daher, dass ein Reiseführer, der NICHT den Anspruch einer wissenschaftlichen Veröffentlichung erhebt, genau das Richtige für unsere Besucher ist. Natürlich hatte ich das Buch sehr genau gelesen bevor ich meine Rede gehalten habe, die ich gerne auch jedem per e-mail zuschicke, der daran Interesse hat. In der Zwischenzeit habe ich - wie seit vielen Jahren - wieder mehrere Male als Reiseleiter fungiert und hatte auch etliche Geologen oder geologisch Interessierte als Mitreisende (die Geologie ist ja eine besondere Sehenswürdigkeit unseres Landes). Jeder einzelne davon war voll des Lobes über das Buch von Nicole Grünert ! Es gibt hier im Lande eine Reihe von Geologen und geologisch Interessierten, die das Buch sehr begrüssen, weil damit viel mehr Menschen die Geologie näher gebracht wird.

Wenn Susanne + Jürgen (warum sind die Nachnamen eigentlich ein Geheimnis ?) in ihrer "Rezension" behaupten, "auf fast jeder Seite finden sich wissenschaftliche Halbwahrheiten und sogar schwere und schwerste Fehler", so ist das einfach nicht wahr und grenzt an Verleumdung. Wenn ferner behauptet wird "dass der Tourist die einschlägigen Autoren und ihre Werke auswendig kennt" (dieses bezieht sich auf das Fehlen eines "akzeptablen Literaturverzeichnis"), so ist das Fordern eines solchen Literaturverzeichnisses für die Leser, die wohl zu über 90% aus geologischen Laien bestehen, völlig abwegig.

Sicherlich könnte das Buch hier und da noch kleine Ergänzungen vertragen, aber das soll wohl bei der dritten Auflage berücksichtigt werden. Diese ist, soweit mir bekannt, zur Zeit in Arbeit.

Entlarvend ist der letzte Satz in der "Rezension" von Susanne + Jürgen: "Es dürfte vernünftiger sein, auf den Führer von Gabi Schneider, der Leiterin des Namibischen Geological Survey, zu warten, der hoffentlich bald bei Borntraeger erscheint". Woher wollen Susanne + Jürgen denn wissen, was und wie der Inhalt des noch nicht veröffentlichten Buches ist ? Oder stehen Susanne + Jürgen in einer Beziehung mit der Autorin dieses noch nicht veröffentlichten Buches, um auf diese Weise zu versuchen, dafür Werbung zu machen und ein schon bestehendes gutes Konkurrenzprodukt schlecht zu machen ?

Abschliessend kann ich jedem Namibia-Interessierten, der auch Interesse an der Geologie unseres schönen Landes hat, nur raten sich das Buch "Namibias faszinierende Geologie" zu beschaffen und sich selbst eine Meinung zu bilden ! Ich kann das Buch nur empfehlen, wie das auch renommierte Fachgeologen in Fachzeitschriften (!) schon getan haben.
Anschaulich, verständlich und sehr empfehlenswert
Das im Klaus Hess Verlag erstmals erschienene Buch firmiert als "Reisehandbuch", wobei es sich die Autorin zur Aufgabe macht, "dem Leser die ganze Faszination der Geologie zu vermitteln und den Geo-Tourismus ... zu unterstützen".

Nach einer auch für den geologischen Laien verständlichen Darstellung der Grundlagen der Geologie, in der die Verfasserin neben dem Aufbau der Erde die drei großen Gesteinstypen, den Kreislauf der Gesteine und die exogene und endogene Dynamik einschließlich der Plattentektonik erläutert, folgt eine kondensierte Beschreibung der geologischen Entwicklung Namibias seit dem Präkambrium bis heute.

Auf nur 19 Seiten gelingt es der Verfasserin, erstaunlich anschaulich dem geologischen Laien die geologische Entwicklung des Landes ohne fachlich unvertretbare Vereinfachungen verständlich zu machen. In dem Buch erfährt auch der Fachgeologe, der sich erstmals mit Namibia befaßt, einen abgerundeten Überblick über die Geologie des Landes, vor allem, weil eine zusammenfassende wissenschaftliche Beschreibung Namibias bedauerlicherweise bis heute fehlt und daher der Fachgeologe ausschließlich auf die umfangreiche Spezialliteratur zu einzelnen Themenkomplexen angewiesen ist. Die auf der vorderen inneren Umschlagklappe in stark verkleinerter Fassung wiedergegebene geologische Karte des Geological Survey of Namibia ist für einen Einstieg in die Geologie Namibias hilfreich.

Die innere hintere Umschlagklappe enthält eine tabellarische Zusammenstellung der bedeutsamsten erdgeschichtlichen Ereignisse in Namibia mit Datierung und Angaben über Lokalitäten beispielhafter Vorkommen in Bezug auf das betreffende Ereignis. Leider sind die Altersangaben in der Legende zur geologischen Karte und die betreffenden Angaben in der Tabelle nicht ausreichend aufeinander abgestimmt und daher z.T. widersprüchlich. Zur Erleichterung für den Leser wären Formationsangaben in der Tabelle hilfreich.

Den Kapiteln über die geologische Entwicklung Namibias folgen exemplarische Beschreibungen von sechs Regionen des Landes, die unter dem Gesichtspunkt ihrer geologischen Attraktivität und ihrer Zugänglichkeit ausgewählt wurden. In diesen Kapiteln werden anhand von Kartenskizzen und z.T. Profilen sowie Fotografien geologische Sehenswürdigkeiten dargestellt, die für den Geo-Touristen von besonderem Reiz sind. Hierdurch ergibt sich auch für den geologischen Laien die Möglichkeit, das Gelesene durch eigene Anschauung nachzuvollziehen.

Der Spagat zwischen wissenschaftlich "richtiger" Darstellung und einer auch für den Laien begreifbaren und nachvollziehbaren Beschreibung geologischer Ereignisse und deren Spuren im Gelände ist der Verfasserin in ausgezeichneter Weise gelungen. Insofern stellt das Buch eine große Bereicherung für den Geo-Tourismus in Namibia dar und erlaubt auch dem Fachgeologen einen Einstieg in die Geologie dieses faszinierenden Landes. Besonders begrüßenswert ist auch die klare Gliederung des Buches und die für einen Laien verständliche Darstellung. Hierbei hilft das Glossar mit Erläuterung der wesentlichsten im Buch vorkommenden Begriffe, die zusätzlich durch Fettdruck hervorgehoben sind.

Bedauerlicherweise werden die reichlich enthaltenen Schwarz-weiß-Fotos großenteils der sonstigen Qualität des Buches nicht gerecht. Die Farbaufnahmen sind dagegen in der Regel sehr gut.

Von ausgezeichneter Qualität und großer Anschaulichkeit sind die vom Fachbereich Vermessungswesen/Kartographie, Studiengang Kartographie, Prof. U. Jäschke, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH) erstellten Karten und sonstigen graphischen Darstellungen.

Sehr bedauerlich ist jedoch das nahezu völlige Fehlen weiterführender, auf Namibia bezogener Literatur. Hier hilft auch nicht die schlichte Nennung von in Namibia oder Südafrika herausgegebenen Fachzeitschriften. Auch die Veröffentlichungen der unter einigen Abbildungen angegebenen Autoren sind im Literaturverzeichnis nicht zitiert. Die Nennung von der Autorin verwendeter grundlegender geowissenschaftlicher Literatur kann den vorgenannten Mangel nicht kompensieren, vor allem schon deshalb nicht, weil von den acht genannten Arbeiten drei vergriffen sind.

Trotz der genannten Mängel, die in einer späteren Auflage sicher leicht beseitigt werden können, ist das Reisehandbuch sowohl dem Geo-Touristen als auch dem Fachgeologen sehr zu empfehlen.
Schlecht, aber leider der einzige
Das beste an dem Buch ist, daß es eine schon lange offene Lücke füllt. Ein geowissenschaftlich orientierter Führer fehlte nämlich noch für Namibia. Damit hat es sich aber auch schon fast mit dem Positiven, denn womit die Lücke gefüllt wird, ist nicht besonders gut gelungen. Auf fast jeder Seite finden sich wissenschaftliche Halbwahrheiten und sogar schwere und schwerste Fehler, obwohl die Autorin angibt, Geologin zu sein. Das gilt weniger für die ganz alten Gesteinsformationen, sondern vor allem für die Landschaftsgeschichte. So wird das Öffnen und Wiederschließen des Adamastor-Ozeans im Präkambrium, das zur für Namibia so hochgradig landschaftsprägenden Damara-Gebirgsbildung geführt hat z. B. mit keinem Wort erwähnt. Auch die Besprechung der Ecca-Schichten wurde komplett vergessen. Man fragt sich, warum z. B. ein umfassendes Projekt der Uni Würzburg die Entstehung des Gross-Brukkaros haarklein erforscht hat, wenn man in einem aktuellen Führer dann doch wieder Falsches liest? Auch die geowissenschaftliche Literatur wurde nur äußerst mangelhaft ausgewertet - es finden sich zwar (gelegentlich) Zitate, doch ein akzeptables Literaturverzeichnis fehlt. Wird etwa vorausgesetzt, daß der Tourist die einschlägigen Autoren und ihre Werke auswendig kennt? Geradezu abenteuerlich und wissenschaftlich ganz sicher nicht auf dem neuesten Stand sind die verbreiteten Theorien zur geomorphologischen Entwicklung im Känozoikum. Es macht nämlich einen großen Unterschied, wenn man sich bei endtertiären Ablagerungen mal eben um 10 oder 20 Millionen Jahre verschätzt. Unser Rat an alle Touristen: Glauben Sie nicht alles, was in diesem Führer steht! Es dürfte vernünftiger sein, auf den Führer von Gabi Schneider, der Leiterin des Namibian Geological Survey, zu warten, der hoffentlich bald bei Borntraeger erscheint.

Books:

  1. Schliemanns Erben und die Botschaft der versunkenen Städte
  2. Cinarchea. Sichtweisen zu Archäologie - Film - Kunst
  3. Funde, Filme, falsche Freunde. Der Archäologiefilm im Dienst von Profit und Propaganda
  4. Frauenfrisuren der römischen Antike. Abbild und Realität.
  5. Archäologie und Architektur - Das frühe Leipzig
  6. Die Römer in Offenburg. Eine archäologische Spurensuche. Werkstattberichte aus dem Archiv und Museum V
  7. Römische Münzhorte des 3. Jahrhunderts in Gallien und den germanischen Provinzen
  8. Attika im Spiegel antiker Zeugnisse. Ein kulturhistorischer Reisebegleiter.
  9. Das Abenteuer der experimentellen Archäologie. Einblicke in die Entwicklung des textilen Handwerks mit Schwerpunkt Brettchenweberei
  10. Spezial 2/2003. Moderne Archäologie

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