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Ein Buch gegen Militaristen und Machos
Der Autor beschreibt eine Zeitenwende in der menschlichen Geschichte: die Herausbildung von Klassen, Unterdrückung und Krieg.
Anhand einer Vielzahl archäologischer Funde weist der Autor nach, dass Unterdrückung und Krieg nicht in der menschlichen Natur liegen.
Besonders eindrucksvoll sind die Beschreibungen von früheren Gesellschaften, in denen es weder Krieg noch Frauenunterdrückung gab.
Eindrucksvoll weist der Autor nach, dass aufgrund kollektiver Produktion und kollektiven Besitzes die Herausbildung von Krieg und Frauenunterdrückung eine noch junge Erscheinung in der menschlichen Geschichte sind.
Bedingt durch die von allen Gesellschaftsmitgliedern gemeinsam und gerecht geplante und durchgeführte Produktion genossen auch alle Individueen gleiche Rechte und gleichen Wohlstand.
Die herausragende Stellung der Frauen in der Produktion, ihr wesentlicher Anteil an der Herstellung des gesellschaftlichen Reichtums ging mit einer herausragenden Stellung der Frauen in frühen Gesellschaften einher. Eines der eindrucksvollsten Belege für diese Theorie des Autors ist die "thronende Göttin" von Catal Hüyik - einer steinzeitlichen Siedlung in der heutigen Türkei.
Frauen waren nicht nur die Gebärerinnen neuen Lebens, sondern hatten auch den Hauptanteil an der Nahrungsbeschaffung - erst durch ihre Sammeltätigkeit, die für eine Gruppe die Hauptnahrungsquelle darstellte, dann durch ihre Tätigkeit als erste Bearbeiterinnen des Bodens (Erfinderinnen des Ackerbaus).
Erst als durch neue Produktionstechniken die Männer nach und nach die Hauptrolle in der Produktion einnahmen und der stetig wachsende Besitz auch einen Kriegsgrund lieferten, wurden Frauen zuerst gesellschaftlich zurückgedrängt, dann unterdrückt.
Allerdings traf und trifft auch heute noch Unterdrückung nicht nur Frauen.
Denn mit steigender produktion bildete sich eine herrschende Elite heraus, die den von allen produzierten Reichtum (gewaltsam) in ihren Besitz nahm und einen Staatsapparat installierte, um ihre Macht und ihren reichtum zu verteidigen - nicht nur gegen Angreifer von außen, sondern auch gegen die eigene Bevölkerung, die unter der Ausbeutung durch die Reichen und Mächtigen litt.
Dieckvoss schildert nicht nur sachkundig und anhand zahlreicher archäologischer Funde aus allen Teilen der Welt diesen Übergang zu unterdrückerischen Klassengesellschaften, sondern stellt auch heraus, dass Krieg und (Frauen-)Unterdrückung nicht unausweichlich in alle Zukunft bestehen müssen.
Das Fazit des Buches: eine bessere Welt ist möglich.
Eine Welt ohne Krieg ist möglich
Krieg liegt nicht in der menschlichen Natur, sondern entstand erst vor einigen tausend Jahren. Und er kann abgeschafft werden. Das ist das Fazit von Gerd Dieckvoss archäologischen Streifzug.
Das Buch von Gerd Dieckvoß weist mit archäologischen Funden aus vielen Ländern nach, dass Menschen tausende von Jahren lebten, ohne Krieg zu führen. Der Autor beginnt mit der Beschreibung von Ausgrabungen aus jüngerer Zeit, die Waffen zu Tage fördern, und Bilder von Herrschern, die sich als Kriegsherren feiern. Doch je weiter man in ältere Erdschichten vorstößt, desto geringer werden diese Funde - bis es keine Anzeichen mehr für Kriege gibt.
Wie ein Detektiv geht Diekvoß kleinsten Spuren nach, die Antworten auf die Frage liefern: Wie kam der Krieg in die Welt?
Mehrere Millionen Jahre, bis etwa 10.000 vor Christus, lebten Menschen als Sammler und Jäger und hatten nur das Notwendigste zum Überleben. Damals gab es nichts, worum man hätte kämpfen können. In diesen Gesellschaften gab es weder Reiche noch Arme. Alle hatten die gleichen Rechte.
Erst bessere Produktionstechniken wie Ackerbau und Viehzucht ermöglichten das Anlegen größerer Vorräte. Um diese wurden in Ausnahmefällen auch bewaffnete Auseinandersetzungen geführt. Regelmäßige Kriege entstanden jedoch erst um 5.000 vor Christus mit dem Bau erster Städte und der Herausbildung einer herrschenden Elite.
Sie war einerseits entscheidend für den Fortschritt der Gesellschaft. Gleichzeitig ließen die frühen Herrscher ihre Untertanen für sich arbeiten und beanspruchten den erzeugten Reichtum für sich. Die Herrschenden unterdrückten nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern führten organisierte Raubzüge durch, um ihre Macht auszudehnen.
„Krieg ist nicht zwingend Bedingung für die Zukunft.", ist das ermutigende Fazit des Buches. Allerdings begründet der Autor das nicht, obwohl sich die heutige Gesellschaft in einem wesentlichen Punkt von allen früheren unterscheidet: Heute wird genug produziert, um allen Menschen ein Leben in Wohlstand und Frieden zu ermöglichen. Wir brauchen keine Präsidenten, die verhindern, dass die Reichtümer und technischen Entwicklungen für alle Menschen verfügbar sind.
Ein fantastisches Buch mit einem Nachteil: Es enthält kein einziges Bild von den beschriebenen archäologischen Funden.
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