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Erinnerungen an die Wirklichkeit
Nach all dem Unfug um "Sakrileg" und die darum gestrickte Pseudoliteratur ein höchst lesenswertes Buch des leider viel zu früh verstorbenen Papyrologen Carsten Peter Thiede, das die Schwierigkeiten der zeitlichen Einordnung von oft winzigen Fragmenten der Schriften des Neuen Testments höchst interessant und fast schon mit detektivischer Spannung beschreibt. So kann das nur einer, der mit Leib und Seele für sein Fach brennt, wie es eben bei Thiede der Fall war. Während bei Leigh und Baigent (die Vorlage für Dan Brown) völlig unzusammenhängende Stories zusammengedichtet werden, wird in diesem Buch eine schlüssige Indizienkette für die Frühdatierung eines Papyrusfragmentes aus der Bibliothek des Magdalen College aufgebaut, der man gleichwohl mit anderen Argumenten widersprechen könnte. So tut Magdalen(a) - wenn auch spät - doch etwas für die Verbreitung der Jesus-Worte (allerdings nicht so wie von Dan Brown unterstellt). Hinter all dem steht für C.P. Thiede die Lehre Jesu, die das wesentliche an seinem Leben ist (und nicht irgendwelche Phantasiegeschichten a la Sakrileg). Carsten Peter Thiedes Buch ist eine gerade in diesen Tagen dringend nötige Erinnerung an die Wirklichkeit, die man jedem zur Lektüre empfehlen kann.
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