Customer Review:
Artusi - das war einmal
Was machen 5 Leute, die kochen können, aber international doch nicht wirklich bekannt sind? Sie kapern einen berühmten Namen, als eine Art Leichenfledderei und schreiben ein neues Buch - die Neuausgabe eines Klassikers - und tun so, als ob es das Orginal wäre. Nichts gegen die Herren, die können was, aber wenn ich ein Buch eines Autors kaufe, will ich das Buch des Autors - und nicht irgentetwas anderes - der Hinweis "neubearbeÃtete Ausgabe frei nach Artusi" wäre doch aus Gründen der Seriosität angebracht gewesen. Weil wenn ich Artusi kaufe, will ich ein Buch der Zeit Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert und nicht ein wenn auch gutes Kochbuch des 21. Jahrhunderts.
Nicht das Original!
Leider wird nirgendwo erwähnt, daß es sich hierbei NICHT um eine "Eins-zu-Eins" Übersetzung des italienischen Originals handelt.
Vielmehr ist dies eine stark gekürzte und von "Fachleuten, die zu den führenden Restaurantköchen Italiens zählen" (und natürlich nirgendwo namentlich erwähnt werden) komplett bearbeitete Ausgabe. Die Rezepte wurden "entsprechend den Erkenntnissen der modernen Ernährungswissenschaft überarbeitet", so daß sie für mich leider nicht mehr zu gebrauchen sind. Wer - wie ich - den "Escoffier Italiens", das Buch auf dem die moderne italienische Küche aufbaut, im Original lesen will und des italienischen nicht mächtig ist, muß leider zur englischen Übersetzung greifen.
Bilder habe ich nicht erwartet und die "netten Cartoons" in dieser Ausgabe halte ich für überflüssig; aber ein Buch bei dem die eine Hälfte fehlt und die andere nicht mehr den Originaltext beinhaltet, hat mit seinem ursprünglichen Autor einfach nicht mehr viel zu tun. Die Originalrezepte versehen jeweils mit Anmerkungen zur Übertragung in die heutigen Zeit wäre es gewesen. Schade drum...
Liebhaber der italienischen Küche werden es lieben
Das Buch ist eigentlich so aufgebaut, dass man jedes Gericht sehr schnell findet, wenn man es sucht. Dabei ist es an den Entstehungszeitpunkt angelehnt, sodass es keine farbigen Abbildungen in dem Werk zu finden gibt, sondern nur Zeichnungen in schwarz-weiß. Beim Suchen eines bestimmten Rezeptes ist dies ja auch nicht weiter schlimm, doch wenn man nun einmal durchblättern will, um zu schauen, ob man für das nächste Fest nicht ein passendes Gericht findet, erschwert es die Suche, da es keine Abbildungen der Gerichte gibt und die Vorstellung eines Lesers stark von dem Können als (Hobby-)Koch abhängt. Wie man jedoch die Gerichte mit Bildern versehen könnte ohne den Charme des Buches, welches am Ende des neunzehnten Jahrhunderts entstanden ist, zu zerstören, könnte ich nun auch nicht beantworten.
Man merkt schnell, dass es sich hierbei nicht um ein reines Kochbuch handelt und die Zwischeneinschübe sind einfach brillant, sodass es Spaß macht, diese zu lesen. Die Rezepte sind einfach geschrieben und leicht nachzukochen, sodass man sie sogar für die alltägliche Küche verwenden kann, was bei den meisten Kochbüchern nicht der Fall ist.
Am Schluss kann ich eigentlich nur eines sagen:
Wer die italienische Küche mag, wird dieses Buch lieben!
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