Landküche . Für die Sinne

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Authors: Jürgen Christ, Birgit Rademacker, Julia Skowronek
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: 09. September 2003
Publisher: Gräfe und Unzer Verlag
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Customer Review:
Lecker, lecker, lecker!
Sicher: Der Untertitel irritiert. Wer sich tolle Alternativ-Rezepte mit Produkten aus dem Bioladen erhofft, wird von der "Landküche" sicherlich enttäuscht sein.

Wer aber schlichterdings neue Anregungen zur Jahreszeiten-Küche wünscht, der wird am GU-Kochbuch seine wahre Freude haben. Ein wunderschön designtes Buch, das man gar nicht mehr aus den Händen legen möchte, so viel Spaß und Appetit macht das Blättern darin.

Neue Rezepte mit klassischen und wiederentdeckten Zutaten, das findet man hier in Hülle und Fülle. Dabei ist das klassische Kartoffelgratin genauso vertreten wie "modische" Rucola-Ziegenkäse-Nocken.

Dieses Kochbuch ist sicherlich kein Muss, aber ein schönes Schmankerl.
Leider Thema verfehlt
Das Buch Landküche trägt den Untertitel: Einfach gut kochen mit Bio-Produkten.
Leider führt dieser Titel genauso in die Irre wie die bucheigene Beschreibung. Sie verheißt schnörkellose Küche, unkomplizierte Rezepte und fachlichen Hintergrund zum biologischen Landbau und der Verwendung solcher Produkte im Mahl.

Leider musste ich feststellen, dass ich persönlich nicht in der Lage bin, diese Dinge in dem vorliegenden Buch wieder zu finden.

Die in den Rezepten verwendeten Zutaten sind keineswegs BIO. Woran ich das erkenne?

Weil es im Bio-Laden z.B. keine „unbehandelten Zitronen" gibt, wie auf etlichen Seiten gefordert. Unbehandelte Zitronen sind konventionell erzeugte Zitronen, deren Schale keine Abschlussbehandlung erfuhr. Bio-Zitronen wurden nach den strengen Regeln des biologischen Landbaus erzeugt. Ihre Schale wurde zu keinem Zeitpunkt mit bedenklichen Materialen besprüht. An mehreren Stellen wird von Geliermittel gesprochen. Im Biobereich werden die verschiedensten Mittel zum Andicken verwendet. Kein Wort darüber. Was ist mit Pektin und AgarAgar?

Und weil es im Bio-Laden z.B. kein „Tabasco" gibt. Stattdessen verwendet man z.B. pikante Pfeffersoße, von Bio Verde. (Sehr lecker übrigens.)

Weil die Verfasser so Sätze schreiben, wie „Das Schöne ist, dass heute auch in der Großstadt solche Lebensmittel in breiter Vielfalt ... angeboten werden", gerade so als ob man auf dem Land leichter an Bio-Produkte kommen würde als in der Stadt. Jeder NICHT-Städter, der schon einmal versucht hat, ein Gericht nach Rezept (biologisch) zu kochen kennt sicherlich die „Beschaffungsproblematik". Nur in Orten, wo es die großen Bio-Supermärkte gibt kann man Bio ähnlich uneingeschränkt einkaufen wie wir es vom konventionellen Handel gewohnt sind.

Und da sind wir schon beim nächsten Punkt: Lammfond, Toastbrot, Limettensaft, Aprikosen- und Orangenlikör sind weder schnörkellos noch im nicht städtischen Standard-Bioladen erhältlich. Dies gilt genauso für Wachteleier, Lammlenden und Entenkeulen.

Und dann so Hinweise wie „die Schwarte vom Metzger rautenförmig einschneiden lassen". Na, wie viel Prozent der Leser haben wohl einen gut sortierten Biometzger in Ihrer Nähe? (Münchner kriegen natürlich alles, ist schon klar. Aber Deutschland ist leider nicht überall gleich weit entwickelt was Bio angeht.) Und so kann einen mancher Orts sogar das geforderte halbe Kilo Hackfleisch vor Probleme stellen. Genau hier erwarte ich einen Unterschied zu allen bisherigen Kochbüchern. Ein Kochbuch, welches vorgibt Anleitungen für Biogerichte zu geben, darf die Augen vor der Beschaffungsproblematik nicht verschließen. Ich erwarte hier Tipps, Anregungen und Alternativen. Nicht einmal auf die oftmals notwendige Bevorratung von Fleisch wird eingegangen. Ich brauch ein Buch in dem ich z.B. das GANZE Schwein zur Mahlzeit mache.

Und die Reportagen? Absolut am Anspruch vorbei. Eine Reportage über kalt gepresste Öle geht mit keinem Wort auf den Vorteil des biologischen Anbaus ein oder deren Verfahrensweise. Auch bei der Reportage Spargelanbau fehlt dies. Also, warum Bio-Spargel? Was macht Bio-Spargel aus? Diese Fragen bleiben leider offen. Ein bisschen Blabla über das schöne Leben der Biotiere mit netten Bildern ist allerdings schon im Buch. Nicht jedoch, was der Genuss dieses Fleisches noch bedeutet. Für unsere Gesundheit. Für den Umweltschutz. Für den Tierschutz. Für den Kleinbauern.

Und zu guter letzt stört mich, dass ich dieses Buch nicht einmal verwenden könnte wen ich gar nicht Bio kochen würde. Es sind nämlich kaum „echte" Gerichte enthalten. Der Anteil an Larifarigerichten mit designten Bildern, Zuspeisen, Salaten, Süßem, etc. ist viel zu hoch. Wo bleibt da das tägliche schnörkellose Mittagessen für meine Familie?

Fazit:
" Die Rezepte sind nicht auf Biolebensmittel abgestimmt.
" Die Beschaffungsproblematik der Zutaten wird nicht berücksichtigt.
" Das „einfache gute" Kochen ist zwischen den „Schnörkeln" untergegangen.

" Die Reportagen sind zu allgemein und teilweise ohne Bezug zum biologischen Landbau.

→ Das Buch wird meinen Erwartungen in keinster Weise gerecht.

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