Customer Review:
Das erste umfassende Überblickswerk. Optisch ein Genuß
Das vorliegende, brandneue Buch (Erscheinungsjahr: 2004 und NICHT 1997) ist das Ergebnis langjähriger Forschungen des Autors, der sich längst einen internationalen Ruf als Spezialist für westafrikanische Buntbarsche erarbeitet hat.
Es stellt auf knapp 250 Seiten und mit rund 600 (!!) Photos vermutlich alle nach gegenwärtigem Wissensstand bekannten Cichliden des westlichen Afrika vor; genaugenommen auch die aus Zentral - und Südafrika.
Somit ist es das wohl umfassendste Werk zu Thema, und zwar nicht nur im deutschen Sprachraum, sondern überhaupt (eine englische Ausgabe ist in Arbeit).
Daß das Werk sich nomenklatorisch auf dem neuesten Stand befindet, ist bei diesem Autor selbstverständlich. Mit winzigen Ausnahmen allerdings: Als das Buch in Druck ging, waren die Artbeschreibungen für zwei neue Pelvicachromis-Arten noch nicht erschienen und konnten daher nicht berücksichtigt werden (das wird aber im jeweiligen Artportrait erwähnt).
Es wird eine Vielfalt von Cichliden vorgestellt, die man nie erwartet hätte:
Da findet man farbenprächtige Großcichliden aus der Tilapia-Verwandtschaft ebenso wie Zwergbuntbarsche aus den Gattungen Nanochchromis, Pelvicachromis oder Parananochromis.
Und dazu noch allerlei Sonderlinge, wie etwa strömungsliebende Buntbarsche, die den Bodengrund schnellfließender Gewässer bewohnen, winzige, teils ausgesprochen bunt gefärbte Tilapien aus westafrikanischen Kraterseen (wo sich eine ganz eigentümliche Cichlidenfauna mit hochspezialisierten Arten entwickelt hat), oder die großen, räuberischen Serranochromis aus dem südlichen Afrika, die bei Anglern sehr begehrt sind.
Klassiker, wie die "Roten Buntbarsche", Hemichromis, fehlen natürlich auch nicht, aber selbst zu diesen scheinbar gut bekannten Arten findet sich viel neues.
Jedes Artenportrait umfaßt einen knappen, aber informativen Text, der das Verbreitungsgebiet, verhaltenskundliche Fragen und fallweise auch taxonomische und nomenklatorische Probleme behandelt. Wo aquaristische Erfahrungen vorliegen, werden auch sie kurz zusammengefasst; das ist für Aquarianer natürlich sehr attraktiv.
Die einzelnen Arten werden, wenn möglich, mit mehreren Bildern vorgestellt, die Männchen und Weibchen zeigen, und dazu noch verschiedene stimmungsabhängige Farbmuster (Balzkleid, Brutpflegefärbung...), was ich für ausgesprochen positiv halte.
Bei vielen Arten werden auch verschiedene Fundortvarianten gezeigt, etwa bei Pelvicachromis taeniatus oder P. humilis.
Manche Arten werden hier erstmals in einer deutschsprachigen Publikation mit Farbphotos vorgestellt.
Allerdings gibt es auch einige Arten, von denen überhaupt kein Bildmaterial existiert; hier hat der Autor Zeichnungen nach den wissenschaftlichen Beschreibungen anfertigen lassen, damit der Leser zumindest einen Eindruck vom Aussehen der Tiere bekommt.
Die Bildqualität ist meist gut bis sehr gut, die Druckqualität geradezu exzellent.
Das Buch ist ein optischer Hochgenuß!
Fazit:
Ein Buch, das sowohl dem Wissenschaftler, als auch dem "einfachen" Hobbyaquarianer viel bietet.
Wer bisher geglaubt hat, daß die Cichlidenfauna Afrikas außer den Buntbarschen der ostafrikanischen Grabenseen kaum etwas zu bieten hat, der sollte besser einen Blick in "Die Cichliden des westlichen Afrikas" werfen und sich überraschen lassen...
Die Bewertung mit fünf Sternen erklärt sich da wohl von selbst...
Books: