Customer Review:
Hochamüsant
In diesem Buch erklärt der Autor auf sehr verständliche Art und Weise wie man einen Hund dazu bringt ohne Zwangsmassnahmen oder kiloweise Belohnungen zu gehorchen. Hierfür erklärt der Autor Signale und gibt gute Tips wie man am Besten auf seinen Hund eingeht.
Obwohl die Basis der Anleitungen rein auf gesundem Menschenverstand beruhen, gibt der Autor dem unerfahrenen Hundehalter einige sinnvolle Tips wie er seine Autorität dem Hund gegenüber steigern kann. In der Praxis hat die beschriebene Methode allerdings Grenzen: der Autor wohnt offensichtlich auf dem Land und kann seine Hunde schon mal zurücklassen wenn sie nicht kommen um den Hunden eine Lehre zu erteilen -in einer Stadt hingegen wäre dies denkbar ungünstig. Zudem haben die wenigsten Hundehalter die Zeit sich so viel mit ihrem Hund zu beschäftigen wie beschrieben. Obwohl es sicher für den Hund günstig wäre wenn sein Besitzer nur für ihn leben würde/könnte, so ist dies sicher meist unrealistisch. Dennoch können Hundebesitzer einige der beschriebenen Ideen im Alltag anwenden.
Am Besten gefallen hat mir der ironisch bis sarkastische Schreibstil, der Autor weiss den Inhalt des Buches interessant zu vermitteln. Auch die ein-zwei fehlerhaften Bemerkungen zum Thema Rudelverhalten und Wolfshirarchien hätte ich ihm verziehen, letztenendes sind es jedoch vor allem wegen dem etwas überteuerten Preis (für einen Erfahrungsbericht) nur 3 Sterne geworden.
Der lustige Schreibstil mag zwar unterhaltsam sein, aber der Informationsgehalt leidet etwas darunter, insgesamt also eher für weniger belesene Hundehalter -dann aber sicher spannend.
Dominante Rüden funktionieren besser
Herr Epp, der im Internet auch als d`r hundskrueppl Hundehaltern mit Rat und Tat beiseite steht, legt hier die Grundlage für die bessere Benutzung von Rüden und Hündinnen, denn ein Hund kann mit Belohnungen dazu gebracht werden, dem Herrchen in mancher Weise zu Diensten zu sein. Da Hunde sich nur bis zu einem bestimmten Grad stimulieren lassen, muß man ihre Kooperation anders gewinnen, und auch eine Hündin kann recht schwierig werden, wenn sie sich von Herrchens Wünschen überfordert fühlt. Sogar wenn man sie totschlägt, so der Hundefreund, machen Hündinen nicht mit, wenn sie vorher nicht ordentlich manipuliert werden. Soviel zum Stichwort "Freundschaft".
Die Bücher dieses Autoren erscheinen im Kynos Hundeverlag, was überraschend ist, wenn man bedenkt, was Herr Epp mit Hunden, die er sich auch von der Straße besorgt, so alles macht. Aber da in Deutschland sexueller Mißbrauch von Tieren noch immer straffrei ist, darf der Autor weiterhin seine Botschaft Sex mit Tieren verbreiten.
Unterhaltsam und lehrreich
Auf dem Markt selbsternannter Hundefachleute tobt momentan ein regelrechter Stellungskrieg. Man streitet sich um die richtigen Methoden, mit denen man Hunde und die sich aus ihrer Haltung ergebenden Probleme in den Griff bekommt. JedeR hat etwas dazu zu sagen. Mal wird die sanfte „antiautoritäre" Methode empfohlen („Habe Verständnis für deinen Hund, dann ergibt sich alles von alleine."), oder es wird der Knüppel empfohlen (schließlich soll die Töle wissen, wer der Chef ist...). Indem er sich dazu bekennt ein „Niemand" auf diesem Gebiet zu sein, geht der Autor diesbezüglich gleich zu Anfang des Buches in die Defensive (na ja, eigentlich ist es ja eher eine versteckte Offensive). Aber manchmal ist eben praktische Erfahrung der bessere Ratgeber gegenüber irgendwelchen verworrenen Theorien. Und dieser „Niemand" macht mit seinem Buch auf den grundlegenden Umstand aufmerksam, dass Hunde Rudeltiere sind, die sich gerne anschließen. In unterhaltsamer Weise beschreibt er etliche Beispiele von Hunden, die sich ihm angeschlossen haben - manchmal auch nur vorübergehend, bis es vom „Chef" des Hundes unterbunden wurde. Gerade weil er nicht den Knüppel herausholt, was im Gegensatz zu der vom Hund „zu Hause" erlebten Situation steht, scheinen die Hunde das Zusammensein mit ihm zu genießen. Das sehr umfangreiche Buch beschreibt die theoretischen Grundlagen des Lernverhaltens von Hund (und Mensch) und stellt die Verbindung zur Praxis her. Alles was Mensch tun muss, ist dem Hund eine Art Rahmen zu bieten innerhalb dessen er sich frei bewegen kann. Und zu zeigen, dass beides - Rahmen und Freiheit - notwendig ist und zu einem entspannten Miteinander von Hund und Mensch führt, ist die Intention dieses Buches. Für Nichtbehinderte mag es erstaunlich klingen, dass der Autor als Rollstuhlfahrer einen derartig lenkenden Einfluss auf Hunde auszuüben vermag. Der Rezensent, selber gehbehindert, kann aber vollauf bestätigen, dass die vom Autor propagierten Methoden des Umgangs mit Hunden im Grunde der einzige Weg sind, den Hund wirklich fest an sich zu binden. Durch das Band der Freundschaft - wenn auch nicht der gleichberechtigten! Schön, dass damit der Zahl der vernünftigen Bücher über Hundeerziehung ein weiteres hinzugefügt wurde!
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