Customer Review:
Taschenführer Vögel. Alle Arten Mitteleuropas.
Angeblich soll in England jeden Tag des Jahres ein neues Bestimmungsbuch für Vögel erscheinen. So nimmt's nicht wunder, dass alle guten deutschen Vogelbestimmungsbücher schon seit jeher Übersetzungen aus dem Englischen waren. Zum Beispiel galt über Jahrzehnte als das beliebteste Standardwerk für den Feldornithologen unterwegs "der Peterson". Das Buch von Chris Kightley und Steve Madge, mit hervorragenden Farbzeichnungen von Dave Nurney,sieht sich inzwischen einem riesigen konkurrierenden Markt im Buchhandelsregal gegenüber.Ist er besser als all seine gegenwärtigen Konkurrenten? Ich meine ja. Er ersetzt in seiner Handlichkeit und Genauigkeit den längst vergriffenen sehr schmalen schweizerischen Führer im grünen Einband, der auch pro Vogel mehrere Abb. zeigte. Hier sind die Abb. aber bedeutend größer und ein echter Genuss in ihrer ornithologischen Detailtreue, aber auch in ihrer Ästhetik. -- Zwei kleine Kritik-Punkte gibt es trotzdem. Einen wesentlichen und einen unwesentlichen.Der wesentliche: Bei der Charakterisierung der Gesänge hat es der ansonsten hervorgagende deutsche Übersetzer und Bearbeiter Dr.Michael Lohmann durchweg unterlassen, die lautmalerischen englischen Wort- oder Silbenfolgen und Merkverse ins Deutsche zu übersetzen. Das hört sich beim Gesang des Buchfinks dann so an: " . . . Der laute fröhliche Gesang endet mit einem Schnörkel: 'tschip tschip cherry-cherry tissi-chu-wiuh'...'hriit (Regenruf)". In einem Bestimmungsbuch für deutsche Leser, auch wenn sie gut englisch können, sollte doch bessser einer der anerkannte Buchfink-Merkverse stehen, also entweder "Ich-ich-ich-schreib-an-die Regierung" oder das etwas veraltete " Ich-ich-ich-ess-gern-Krützebeern" . Und heißt der Buchfink-Regenruf nicht schon immer "schüütt" statt "hriiit" Letzteres wird dazuhin noch mancher mittelmäßige Pisa-Englisch-Schüler phonetisch falsch aussprechen und meint "raaaait" im Blättergewirr einer Buche ausfindig machen zu müssen. Beim Goldammer-Gesang gilt doch wohl "Weißt-nicht-wo-mein-Nestchen----steeeeht" oder für romantische Feldgänger in typischen Goldammer-Biotopen mit Büschen zum sich Lagern an heißen Sommerabenden " Wie-wie-wie-wie-hab-ich-dich-so-liiiiieb ". In diesem Taschenführer muss man bei der Merkhilfe für den Goldammer-Gesang aber lesen (und sechs mal durchzählen, bis mans richtig kapiert): "tsche-tsche-tsche-tsche-tsche-tsche, tschiii" Auch hier droht dem der alle sechse richtig hat am Schluss wieder die phonetische Englisch-Falle, die falsche Aussprache "tschaaai". Das wäre eigentlich dem Mäusebussard zuzuordnen, der im selben Revier unterwegs ist.Hier noch ein letztes wahllos herausgegriffenes Beispiel: die Singdrossel singt hier wenigstens konkret "cherry-tea,cherry-tea,wake-me-up, wake-me-up . . .quick, quick,quick, quick ".--- Der andere, aber unwesentlichere Kritikpunkt: Eine kleine Seite könnte der Verlag ruhig opfern, so wie es in den englischen Originalausgaben auch häufig der Fall ist, um die Autoren und vor allem diesen begnadeten Vogelzeichner Dave Nurney mit einem kurzbiografischen Abriß zu würdigen.Warum nicht sogar mit Bildchen? Solange es solche Könner in deutschen Landen nicht gibt, hätten diese Engländer es als Vorbilder verdient. Und die Neugier des staunenden Lesers befriedigt.--- Meine Kritik ist etwas lang geraten. Sorry. Aber vielleicht kann der Lektor, lt. Impressum Dr.Friedrich Kögel, in der Neuauflage dann . . . Das Buch ist nach meinem Vergleich mit vielen anderen Bestimmungsbüchern,auch englischen,und nach einem Jahr Gebrauch, das beste von den Handlichen die man zur Zeit kriegt. Und das sind nicht wenige. Es ist überdies nicht teuer.
Bestes Buch für unterwegs
Es gibt inzwischen viele sehr gute Vogelbestimmungsbücher (z.B. den Svensson, Jonsson oder auch den Parey). Die Neigung der Herausgeber zu immer umfangreicheren und meist auch fest gebundenen Büchern macht diese jedoch unterwegs oft zum sperrigen Klotz in der Jackentasche. Dieses Buch macht hier eine rühmliche Ausnahme. Es ist handlich, nicht zu groß und flexibel eingebunden. Trotzdem enthält es im wesentlichen alle Vogelarten Europas. Die Informationen über die einzelnen Vogelarten sind oft erstaunlich ausführlich. Je Art wird mindestens eine halbe Seite, oft sogar eine ganze zur Verfügung gestellt. Die Abbildungen sind zwar vergleichsweise klein, dafür finden sich meist mehrere Abbildungen - alle in Farbe - pro Art. Es dürfte schwer fallen, ein Bestimmungsbuch zu finden, dass beim Tragen im Feld so wenig belastet wie dieses und zugleich inhaltlich von so hervorragender Qualität ist. Dabei ist auch noch das Preis-Leistungs-Verhältnis beachtenswert günstig.
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