Customer Review:
3,5 Sterne
Ich komme nicht umhin zu sagen, dass interessante Einblicke in das Rudelleben gewährt werden. Dennoch stören mich einige Aspekte. Ich will mal dahingestellt lassen, wie man als Leser dem Versuch entgegen steht seine Hunde so zu halten, dass sie ihr eigenes Leben führen und frei kommen und gehen wann sie mögen. Das hat natürlich den Nachteil, dass die Hunde weder besonderes Interesse noch besonderes Gefallen an der Anwesenheit des Menschen haben (und ich denke deswegen ist es für viele Hundehalter uninteressant ihren Versuch nachzustellen, da man ja meist das Wesen Hund kennen lernen möchte um besser zusammen zu leben nicht um jeden Kontakt zu verlieren). So geht auch aus einigen Stellen, selbst am Anfang des Buches deutlich aus den Zeilen hervor wie gleichgültig, ja teilweise sogar missbilligend, ihren Hunden der Kontakt zu ihr ist.
Was mich einfach gestört hat, wenn es auch im Grunde nur eine Kleinigkeit ist, so ist es das dauernde vermenschlichen von Hundebeziehungen. So wird eine Paarung als „Hochzeit“ betrachtet, das Hundepaar als „Ehepaar“, die Hündin ist die „Frau“ des Rüden und statt Welpen kommen „Kinder“ zur Welt. Na wer’s mag, sag ich da nur...
Die Autorin kommt zu der Schlussfolgerung dass Hunde leben um gesellig zu sein und also von den Kontakten zu anderen Hunden leben. Schön und gut, aber warum das so ist und wieso dies anders als bei der Wolfsfamilie ist zu der sie hin und wieder abschweift bleibt unklar. Man bekommt also sehr selektive Beobachtungen mit mehreren Jahren die einfach übersprungen werden und ich habe immer wieder das Gefühl bekommen nur kleine Teile der Rudelstruktur wirklich vermittelt zu bekommen.
Fazit, das Thema ist sicher hoch spannend, es hätte jedoch besser realisiert werden können. Obwohl die Geschichte etwas an die Bücher von Trummler erinnert, fehlt hier das detaillierte Beschreiben und die Einsicht. Mal ganz davon abgesehen, dass die Autorin selbst zugibt als Laie an die Sache herangegangen zu sein.
Mal was richtig Neues
Ich habe ungefähr 50 Bücher über Hundeverhalten in meinem Regal stehen. Dies war das erste und einzige, das mich beim Lesen in eine völlig neue Richtung gelenkt hat.
Anfangs wird jeder durchschnittliche mitteleuropäische Hundehalter seine Schwierigkeiten mit der Einstellung der Autorin zu Hunden haben. Doch die tritt bald angesichts der Entdeckungen, die man wahrscheinlich nur dank dieser Einstellung machen kann, in den Hintergrund.
Inhalt und Rahmenbedingungen wurden ja bereits geschildert.
Es ist ein Buch, das nicht lenkt, sondern nur erzählt. So wird denn vermutlich auch jeder Leser Anderes herauslesen.
Für mich war es die Initialzündung, meine Hunde nicht mehr mit Erziehung im Sinne von Unterordnung zu belästigen und sie somit selbstständig, selbstbewusster und damit noch liebenswerter und faszinierender werden zu lassen.
Das ist mittlerweile drei Jahre her, und noch immer ist dies mein liebstes Hundebuch.
spannend aber realitätsfremd
Spannendes "Büchlein", das Menschen die alltägliche "Hundewelt" durch Beobachtungen der Autorin ein bischen näher bringt.
Nur: Mit viel Glück und vieleicht ein bischen Hundeverstand kann ein Hund so einen "Versuch" überleben. Jedem, dem sein Hund am Herzen liegt kann man davon abraten so einen Versuch durchzuführen.
Wenn mein Hund lesen könnte, würde er dieses spannende Büchlein lesen.
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