Customer Review:
Ein Steinbruch...
...ist dieses Buch für mich. Oder ein Werkzeugkasten. Es werden eine Menge hilfreicher Tipps zur Ausbildung gegeben, von denen ich einige meinem Hund aber nicht zumuten möchte. Vor allem, weil ich reichlich perfekt ausgebildete Jagdhunde kenne, die nicht in den zweifelhaften "Genuss" der traditionellen Tabel'schen Methoden kamen.
Wer es verantwortungsvoll liest und sich dort bedient, wo er einen guten Hinweis findet, der ist mit diesem Buch gut beraten.
Wer meint, dass das nur leicht editierte und teilweise ergänzte, jedoch grundlegend niemals überarbeitete inzwischen über vierzig Jahre alte Werk immer noch den aktuellen Stand der Jagdhundeausbildung darstellt, der irrt sich. Die Zeiten haben sich (gottlob) geändert. Heute wissen wir mehr.
Mittelalterlich
Wer tatsächlich glaubt man müsse die Hundeausbildung so gestalten wie vor hundert Jahren, dem kann einfach nicht geholfen werden. Wer meint ein Jagdgebrauchshund würde nur so führig, dem kann ich nur sagen es gibt genug Gegenbeweise von hundegerecht ausgebildeten Hunden die ganz wunderbar gehorchen. Die Jäger die ich kenne bezeichneten dieses Buch jedenfalls als barbarisch und jegliches Gefühl für Verantwortung gegenüber dem Hund missachtend. Es gibt schließlich auch fortschrittliche Jäger…
Man braucht hier gar nicht weiter auf den Inhalt einzugehen, weil der Autor ganz offensichtlich keinerlei Einfühlungsvermögen im Umgang mit Hunden besitzt. Wer sich nicht einmal die Frage stellt ob es nicht auch anders geht, der kann weder behaupten seinem Hund gerecht zu werden noch hat er den tieferen Sinn der Jagd verstanden. Wenn eingeworfen wird man wolle Gehorsam zum Wohle des Wildes, den kann ich nur mitleidig belächeln, denn so ein Mensch sollte sich einmal fragen ob er nicht das Wohl des Hundes bedenken sollte wenn er ihn schon zur Teilnahme an seinem Freizeitvergnügen zwingt.
Die Fotos zeigen jedenfalls allesamt den „Bitte-schlag-mich-nicht“-Ausdruck den man durch solch eine Ausbildung erreicht, aber das hat mit HundeERZIEHUNG (wie im Titel versprochen) nichts zu tun. Es gibt einen Unterschied zwischen Softie-Ausbildung und artgerechter Behandlung, dass es auch anders geht beweisen alle Jäger die sich etwas eindringlicher mit der Materie auseinandergesetzt haben und dennoch führige Hunde haben.
Jagdhunde sind keine Showtiere
Bei Jagdhunden steht im Unterschied zu Agility u.ä. das Leben auf dem Spiel. Tabels Ausführungen und Methoden berücksichtigen genau das.
Es ist ein Unterschied, ob ein Hund unter Trainingsbedingungen erwünschtes Verhalten zeigt, oder unter Ablenkung und Aktivierung all seiner Jagdinstinkte im Revier.
Tabels Ansicht, daß das schlimmste, was passieren kann, ein Hund ist, der im Training auf dem heimischen Rasen keinen Widerstand zeigt ist absolut richtig - für Jagdhunde, nicht für Freizeithunde. Ein Hund, der Triller-Down auf der Wiese macht, aber nie gelernt hat, daß dieses UNBEDINGT zu erfolgen hat, ist bei seinem ersten Einsatz auf Schwarzwild vermutlich schwer verletzt, oder sogar tot, wenn sein Trieb stärker als die Pfeife ist und er doch glaubt, es allein mit einem 120 kg Keiler aufnehmen zu können.
Tierschutz muß auch das berücksichtigen. Und alle spielerischen Lernmethoden, die bei einigen Fächern effektiver sind, als die althergebrachten, können in diesem Bereich den absoluten Gehorsam nicht ersetzen.
Hundetrainer aus der Tiertherapie sollten Jagdhunde im Einsatz sehen, um die Erfordernisse beurteilen zu können. Nicht alles läßt sich theoretisch abhandeln.
Und Tabel ist nicht nur ein Praktiker, sondern sein Buch ist nach wie vor DAS Standardwerk für die JAGDhundeausbildung. Schoß- und Spielhunde haben andere Arbeitsbereiche und Erfordernisse und dies sollte beim Kauf des Buches berücksichtigt werden.
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