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Gelungene Einführung - nicht nur für Kinder
Da ich selbst aus Mainz komme und bei einem Besuch in der alten Heimat meinem Sohn (6 Jahre) das römische Mainz näherbringen wollte, habe ich schon ungeduldig auf das Erscheinen des Buches von Margot Klee gewartet.
Das Warten hat sich in jedem Fall gelohnt. Das Buch schildert anschaulich und verständlich das alltägliche Leben in einer römischen Stadt.
Das Buch insgesamt lässt sich sowohl als Geschichte lesen, durch die man den keltischen Junge Linus besser kennen lernt. Es eignet sich aber auch, einzelne Kapitel thematisch isoliert zu lesen.
Die liebevollen Illustrationen helfen Kindern sicherlich sehr, sich - im wahrsten Sinen des Wortes - ein Bild des römischen Lebens zu machen. Sehr schön sind aber auch die detaillierten Beschreibungen im Text (bspw. der Langhäuser/Funktionsweise eines römischen Krans) - Bei der Lektüre mit Kindern lässt sich das wunderbar zum Anlas nehmen, sich auch selbst an weiteren "Rekonstruktionszeichnungen" zu versuchen.
Ob die beiden Hauptfiguren, der keltische Junge Linus und sein römischer Freund Felix, wirklich so enge Freunde geworden wären, lässt sich schwer sagen, diese Freundschaft gibt aber durchaus Ansatzpunkte für das Verständnis des Zusammenlebens von Einheimischen und Römern im städtischen Umfeld.
Schön wäre es gewesen, einigen Illustrationen auch Bilder des heutigen Zustandes gegenüberzustellen (bspw. Drususstein, Aquaedukt), und auch wenn das Buch um 120 n.Chr handelt wäre es wünschenswert gewesen, die Chronik mit Kaisern, Geschehen im römischen Reich und Geschehen in Mogontiacum bis zum Ende des römischen Mainz fortzuführen...
Insgesamt aber ein sehr gelungenes Buch, in gewohnt guter Qualität des Zabern-Verlags. Daher - und weil mein Sohn das Buch "total toll" findet - gibt es trotz der kleinen Ergänzungswünsche fünf Sterne.
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