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Eine unterhaltsame Geschichte des Zettelkastens.
Am Anfang waren die Bibliothek und der Bibliothekar, der die Bücher vielleicht grob nach Themengebieten aufstellte und ansonsten die gesamte Buchordnung im Kopf hatte. Fiel der Bibliothekar von der Leiter, durfte man sich einen neuen Biibliothekar einstellen, der natürlich ein eigenes System entwickelte und die Bücher deswegen neu ordnen musste.
Mit der Zeit wurden die Bibliotheksbestände größer, nicht jedoch die Hirne der Bbliothekare (ganz zu schweigen von den Leitern, die auch nicht stabiler wurden). Also entwickelte man schriftliche Katalogsysteme, die die Buchbestände in Katalogbüchern festhielten. Bücher in diesen Katalog einzufügen war schwierig, so dass man schließlich dazu überging, die Bücher zu zerschneiden und die Schnippsel in einem Kasten aufzustellen: Der Zettelkasten war geboren.
Parallel benutzten auch Wissenschaftler und Verwaltungen unterschiedliche Zettelwirtschaften, teils sogar mit eigenens dafür angefertigten Möbeln. Karteikästen und Bürozubehör für Bibliotheken, öffentliche Verwaltung und Firmen wurden ein wirtschaftlicher Erfolg.
Der Berliner Kulturwissenschaftler Markus Krawjewski beschreibt in seinem Buch "Zettelwirtschaft" in kurzweiliger Schreibe, wie die Ideen vieler Menschen zum heutigen Karteikastens geführt haben. Historische Abbildungen, Zitate von Beteiligten und eine Vielzahl von weiter führenden Fußnoten runden das Buch ab.
Als Nachschlagewerk oder ein "Die Geschichte der Kartei in 5 Minuten" ist "Zettelwirtschaft" weder geeignet noch gedacht. Stattdessen liest es sich spannend und unterhaltsam wie ein Roman, stellt die Charaktere auf sehr menschliche Weise vor und vermittelt mit viel Liebe zum Detail die Geschichte des Karteikastens. Lesenswert!
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