Customer Review:
Erhellend
Ich schätze dieses Büchlein sehr. Es ist wie die Unterhaltung mit einem extrem geistreichen Gegenüber. Im Plauderton, aber dann doch mit Sätzen, die man drei Mal lesen muss, um sie dann zu knacken. Für mich schreibt Seeßlen feuilletonistisch im besten Sinne, d.h. manchmal sehr kühn in seinen Parallelsetzungen, aber doch immer mit unerwartetem Erkenntnisgewinn.
Unsere Wirklichkeit wird von den Medien und ihren Bildern (mit-) konstruiert. Und in dieser Bilderlanschaft ist "Orgasmus und Alltag" ein feiner Wanderführer.
Einen Kulturkritiker kritisieren...
Bedeutungsvolle kritische Sätze hat der Autor hier in sechzehn kurzen Essays konstruiert. Diese plätschern beim Lesen so dahin, ohne Höhepunkte. Der Stil ist der alltäglich bekannte aus Intellektuellen-Kreisen. Er dient entweder dazu sich selbst ins rechte Licht der Genialität zu rücken oder um halt einfach so dahin zu plätschern.
Das Buch ist also leicht zu lesen und für die Pause zwischendurch als Zeitungsersatz geeignet.
Die größte Kritik entsprechend dem ersten Text im Buch "Kunst? Kitsch? Subversion? Was ist Unterhaltung?" ist es demnach zu diesem Buch zu schreiben:
">>Es ist ja nur Unterhaltung<<, was sagen will, daß eine Analyse tunlichst zu unterlassen sei, weil man sich ansonsten schnell in einen Spielverderber verwandeln würde."
Viel zu oft denke ich demnach bei und nach der Lektüre - na und?!
Medienkritik, insbesondere am Fernsehen, findet der geneigte Leser besser (d.h. klarer auf Aussagen gebracht) bei Pierre Bourdieu.
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