Customer Review:
Ein Buch für Kinder
Zunächst ist grundlegend festzuhalten, dass Menschen für gewöhnlich nur eine Rezension schreiben, wenn ihnen ein Buch besonders gut gefallen hat. Durch die Euphorie lassen sie sich mitreissen und vergessen sachlich zu bleiben. Ich möchte nun an dieser Stelle nicht die positiven Aspekte in den Vordergrund stellen, sondern die negativen. Für die positiven wird hier nach oben - zu den anderen Rezensionen - verwiesen.
Das Buch versucht die aufgeworfenen Fragen eines Kindes zu beantworten und versucht dies möglichst sachlich und einfach zu tun. Ja... Das Buch ist einfach. Die Sachlichkeit hat mir bisweilen sehr gefehlt. Der Autor antwortet - nach meinem Empfinden - zu sehr aus dem Stehgreif! Weiter vermag er mich an vielen Stellen des Textes nicht so recht zu überzeugen, so dass wenn er schon bei der nächsten Frage ist, und ich noch bei der vorherigen, er mich unbefriedigt zurück lässt.
Ich möchte nicht weit ausholen, da es bei mir persönlich nur ein Problem gab, welches zu diesem Fehlkauf führte: Ich hatte viel zu hohe Erwartungen; Aufgrund der Rezensionen hatte ich Zweifel, dass es sich tatsächlich um ein Kinderbuch handelt, aber das tut es wirklich.
Es ist ein passables Buch für Kinder anfang der Pubertät.
Es ist ein weniger passables Buch für Menschen, die sich tatsächlich für die gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit interessieren. Die wenigen Antworten, die dieses Buch vermittelt vermögen nicht zu befriedigen.
Im großen und ganzen muss ich von diesem Buch leider abraten.
Was Kinder fragen
In diesem Buch spricht Tahar Ben Jelloun mit seiner Tochter über das Thema Fremdenhass. Sehr schön geshcrieben und vorallem für Eltern, die mit diesem Thema konfrontiert werden, ein tolles Buch.
Pflichtlektüre für Europas Schulen
Kinder brauchen nicht nur Menschen, sondern auch Bücher, die ihnen in verständlicher Sprache menschliches Verhalten und dessen negative Seiten erläutern. In unserem Nachbarland Frankreich ist im Rahmen einer vielversprechenden Buchreihe für Kinder, 2000 bei uns durch Annette Wieviorkas 'Mama, was ist Auschwitz ?' bekannt geworden, bereits im Januar 1998 das vorliegende Buch unter dem Titel 'Le racisme expliqué à ma fille' erschienen und hat umgehend Platz 1 der Bestsellerlisten erobert. Erfreulicherweise hat der Rowohlt Verlag ein Jahr später den 98 seitigen Dialog des 1944 im marokkanischen Fes geborenen Schriftstellers Tahar Ben Jelloun mit seiner 10- jährigen Tochter Mérièm, ergänzt um ein 12 seitiges Nachwort des deutsch-französischen Politikers Daniel Cohn-Bendit, auch in Deutschland herausgebracht.
Anläßlich einer Demonstration gegen fremdenfeindliche Gesetze wird der Autor mit der Frage 'Papa, was ist Rassismus ?' konfrontiert. Zwischen Vater und Tochter entwickelt sich ein ernsthaftes Gespräch über Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Mérièm werden nicht nur Begriffe wie Getto, Genozid, Antisemitismus, Sklaverei oder Apartheid in einfachen Worten erklärt. Sie erfährt am Beispiel Algeriens, das von 1830 bis 1962 von Frankreich beherrscht wurde, auch viel über die Schattenseiten des Kolonialismus. Ben Jelloun hat das Gespräch niedergeschrieben, den Text nach eigenem Bekunden mindestens 15 mal umgeschrieben, um ihn bei aller inhaltlichen Richtigkeit so einfach und klar wie möglich zu machen. Herausgekommen ist ein beeindruckendes kindgerechtes Plädoyer für die Achtung vor dem anderen und gegen leichtfertige Vorurteile und Haß.
Das Buch wurde mit dem europäischen Preis der Künstler für den Frieden und dem Global Award der UNO ausgezeichnet. So verwundert nicht, daß es mittlerweile zur Pflichtlektüre an französischen Schulen gehört. Zu hoffen bleibt, daß bald auch deutsche und weitere europäische Schulverwaltungen Ähnliches vermelden können.
Books: