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Tolle Bilder + unfreiwillige Ratespiele
Vorweg, weil dann gleich doch ein wenig Kritik kommt: Das Buch ist Klasse und sein Geld wert! Jetzt aber los: Wissen ist Macht, ist das Geschäft der Verlagsgruppe Brockhaus, Duden, Meyer. Kinder an die Macht könnte also das Motto des frisch aufgelegten Bildwörterbuchs für Kinder lauten, dass auf die jüngste Zielgruppe der Drei- bis Neunjährigen zielt. Es enthält laut verantwortlichem Duden-Verlag 800 Begriffe des vorschulischen Wissens und will diese spielerisch vermitteln - und zwar, indem alle Wörter durch Farbfotografien illustriert werden, die in enger Beziehung zu dem Begriff stehen sollen. Jeweils eine Doppelseite wird so thematisch aufbereitet. Das funktioniert auch meistens prima - erfordert aber leider auch manchmal die Zuhilfenahme einer Lupe. Dann sind die Fotos entweder so klein oder unübersichtlich geraten, dass die Zuordnung zum Wort einem Ratespiel gleich kommt. Versuchen Sie einmal auf Seite 41 unten den Hafen auf Anhieb zu erkennen - gut, als Erwachsener gelingt das noch einigermaßen, aber als Kind, das vielleicht den Begriff noch nie zuvor gehört hat? Dann lieber auf ein Wort verzichten und die Fotos größer machen. Weil man sich übe die Auswahl der Begriffe in einem solchen Wörterbuch immer trefflich streiten kann, erläutert Duden, dass Inhalt, Wörterliste und Format des Bandes von Pädagogen geprüft wurden. Dennoch seien einige Bemerkungen erlaubt: Wenn man schon Wert auf die korrekten Schrift- und Sprachausdrücke legt (z.B. Fruchzapfen für die entsprechende Wortgruppe statt Tannenzapfen), dann sollte man aber auch Toilette schreiben und nicht das umgangsprachliche „Klo". Übrigens, die extra bezeichnete Zahnbürste auf dem Waschbecken neben der Toilette ist ein Beispiel für die oben beschriebene Sucharbeit. Hier hilft ausnahmsweise einmal der hinweisende schwarze Strich. Der ist in der Regel aber so unscheinbar, dass man auch gleich darauf hätte verzichten können - hier würde etwas mehr Farbe gut tun. Apropos Zuordnung: Auf Seite 23 wurden Spaten und Schaufel verwechselt und auf Seite 4 wünschte man sich nicht nur die Begriffe „Daumen" und „Finger", sondern - wenn schon, denn schon - die korrekten Bezeichnungen aller Finger.
Aber das sind letztlich Kleinigkeiten, die das Gesamtbild nicht wirklich trüben können. Das Buch ist liebevoll gemacht, das Konzept der echten Fotos macht Spaß und besonders der Aufbau mit Hinführung zu komplexeren Themen wie Wetter, Formen oder Zahlen überzeugt. Die Kinder werden es lieben - besonders wenn Sie sich die Zeit nehmen, das Buch mit ihren Kleinen zusammen anzuschauen und so Ungereimtheiten von vornherein ausbügeln beziehungsweise neugierige Nachfragen beantworten können.
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