Customer Review:
Historisch fundiert, spannend geschrieben
Der Autor schafft es, ein Panaroma des damaligen Nürnbergs zu zeichnen, welches historisch korrekt, detailliert und schillernd wirkt. Es gelingt ihm, eine spannende Geschichte in den historischen Kontext einzuflechten und ermöglicht es dem Jugendlichen Leser auf diese Weise, einen kurzen Einblick in damalige Verhältnisse zu bekommen. Dabei wird der Leser nicht von unnötigen und akribischen Details erschlagen, vielmehr werden sie gekonnt zum Aufbau von Spannung eingesetzt, um Konflikte zu konstruieren und auch, um sie wieder aufzulösen.
Das Buch überzeugt nicht nur durch das Hintergrundwissen, sondern auch durch die Geschichte. Der Handlungsverlauf überrascht, wo er überraschen kann, wirkt dabei aber nie unnatürlich. Effekthascherei ist nicht zu finden, vielmehr werden mehrere Handlungsstränge gekonnt miteinander verwoben.
Zu einem herausragenden Jugendbuch wird Gräben der Worte dadurch, dass der Autor nicht nur zu unterhalten und den Leser zu fesseln weiß: Vielmehr handelt es sich bei Ruben Wickenhäuser auch um einen engagierten Literaten, der mit seinem Buch auch etwas bewirken will, sofern dies ein Jugendbuch, welches i.d.R. vor der Pubertät gelesen wird, überhaupt vermag. Die in die Handlung eingebettete Geschichte der jüdischen Gemeinde Nürnbergs, die einem Pogrom zum Opfer fiel, ist historisch in der vorliegenden Darstellung zweifelsfrei gesichert. Die Art und Weise, wie sie dargestellt wird, überzeugt dahingehend, dass nicht bloß historische Fakten referiert werden, sie werden anhand der Charaktere in dem Buch greifbar, anschaulich und einprägsam. Es handelt sich bei dem Buch neben gelungener Unterhaltung, was ein Buch soll, auch um eine subtile Geschichtsstunde, was ein historisches Jugendbuch auch kann.
Summa summarum: Ein Buch das fesselt, unterhält und innerhalb der Grenzen seines Genres Wissen vermittelt. Mehr kann man nicht erwarten.
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