Grettis Saga. Die Saga von Grettir dem Starken
similar items
Authors: Hubert Seelow
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: November 1998
Publisher: Diederichs
Ähnliche Artikel finden:
Kategorien - Belletristik - Märchen & Sagen - Nach Ländern & Völkern - Europa - Überblick
Kategorien - Belletristik - Märchen & Sagen - Sagen - Überblick
Kategorien - Belletristik - Märchen & Sagen - Überblick
Kategorien - Belletristik - Überblick
Kategorien - Themenwelten - Märchen - Bücher - Überblick
Kategorien - Themenwelten - Märchen - Bücher - Sagen - Überblick
Kategorien - Themenwelten - Märchen - Bücher - Nach Ländern & Völkern - Europa - Überblick
Customer Review:
Nicht leicht zu lesen, aber es sich lohnt sich
Eine Warnung: Wenn Sie diese Saga lesen wollen, um endlich einmal eine Isländersaga gelesen zu haben, dann suchen Sie sich dafür eine andere Saga (z.B. Laxdoela saga, erschienen bei Diederichs, selbe Reihe.) Eine Isländersaga zu lesen, ist keine leichte Aufgabe. Schon die Sprache ist nicht jedermanns Sache und die ethischen und sozialen Kontexte sind nicht immer nachvollziehbar. Die scheinbar objektive Erzählperspektive dürfte für anspruchsvolle Leser/innen aber eine Herausforderung sein, zwingt sie diese doch dazu, sich ihre eigene Sicht der Geschehnisse zu bilden. Bei der Grettis saga kommt hinzu, daß der Text mehrgleisig ist und sich dem/der Leser/in erst allmählich erschließt. Beim ersten Lesen fühlte ich mich von der Saga - gerade im Hauptteil - irritiert und ziemlich ratlos. Doch als ich die Saga ein zweites Mal las, war sie plötzlich sehr interessant und mit jedem Mal lesen wurde sie noch interessanter. Die Saga ist weit mehr als die abenteuerliche Lebensgeschichte eines Helden, der obwohl stark und intelligent, aber von Jugend an schwierig und unangepaßt, sich letztlich nicht in die Gesellschaft integrieren kann und daran scheitert. Neben einer Hauptfigur, die sich einer eindeutigen Beurteilung immer wieder zu entziehen scheint, hat sie fesselnde Momente, besonders bei der "realistischen" Darstellung des Unheimlichen. Stellenweise ist sie humorvoll, dann wieder voll düsterer Tragik. Aus heutiger Sicht kann sie auch als eine Hinterfragung von Heldentum innerhalb einer stabilen-instabilen Gesellschaft gelesen werden. Die Auseinandersetzung mit der Grettis saga bietet die verschiedensten Möglichkeiten, wenn der/die Leser/in bereit ist, sich auf den Text einzulassen. Der technische Apparat (Fußnoten, Register, Karten, Stammbäume) ist sehr hilfreich, aber auf das Nachwort kann verzichtet werden. Die Absicht war wohl einige Anregungen zur Interpretation zu geben, doch herausgekommen ist nichts anderes als eine umständliche und unnötige Nacherzählung. Da ich die altnordische Sprache nicht kann, maße ich mir auch kein Urteil darüber an, inwieweit diese Übersetzung dem Original gerecht wird. Da sie bereits vor zwanzig Jahren im Handel war und nicht auffällig verändert wurde, ist sie zumindest akzeptabel. Der wissenschaftlichen Übersetzung von R. Simek vom Beginn der 80er Jahre ist sie jedenfalls vorzuziehen.
Familie, Fehde, Verbannung: Eine typische Island-Saga
Wer die Grettis Saga liest, den erwarten vor allem eine behutsam behandelte, urwüchsige Sprachgestaltung über einen Sagenstoff, der es in sich hat. Die Saga spielt vor allem im rauhen Island und hat neben den Kampf- und Kraftakten eines außerordentlichen starken, zumeist derben, "Helden" auch noch viel Wissenswertes über die Verhältnisse des mittelalterlichen Nordens zu bieten. Leichte Kost ist die Saga nicht, und viele potentielle Leser dürften sich aufgrund des schwierigeren Sprachstils frühzeitig von diesem Buch abwenden. Schliesslich hat der Übersetzer versucht, den eigentümlichen Stil des Originals soweit dies für den heutigen Lesergeschmack erträglich ist, zu bewahren. Wer sich durch den Text "durchbeisst", der wird bei der Grettis Saga belohnt, und wer sogar Gefallen am Stil gefunden hat, der kann sich auf weitere Exponate der isländischen Sagenwelt freuen.
Familie, Fehde, Verbannung: Eine typische Island-Saga
Wer die Grettis Saga liest, den erwarten vor allem eine behutsam behandelte, urwüchsige Sprachgestaltung über einen Sagenstoff, der es in sich hat. Die Saga spielt vor allem im rauhen Island und hat neben den Kampf- und Kraftakten eines außerordentlichen starken, zumeist derben, "Helden" auch noch viel Wissenswertes über die Verhältnisse des mittelalterlichen Nordens zu bieten. Leichte Kost ist die Saga nicht, und viele potentielle Leser dürften sich aufgrund des schwierigeren Sprachstils frühzeitig von diesem Buch abwenden. Schliesslich hat der Übersetzer versucht, den eigentümlichen Stil des Originals soweit dies für den heutigen Lesergeschmack erträglich ist, zu bewahren. Wer sich durch den Text "durchbeisst", der wird bei der Grettis Saga belohnt, und wer sogar Gefallen am Stil gefunden hat, der kann sich auf weitere Exponate der isländischen Sagenwelt freuen.
Books: