Kleine Freundschaftsgeschichten von Schönaicher Kids

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Kleine Freundschaftsgeschichten von Schönaicher Kids similar items
Catalog: Book
Media: Broschiert
Release Date: Dezember 2003
Publisher: Books on Demand GmbH
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Customer Review:
Einfühlsam und realistisch
Kein beschönigender Mittelalterroman, sondern eine sehr einfühlsame und realistische Schilderung des Lebens im Mittelalter. Hier wird keine romantische Ritterwelt wiedergegeben, sondern das Leben eines Dorfes, mit allem Schmutz, der Beschwerlichkeit, dem Tod und dem Leben. Selbst der Lehensherr lebt einfach,hat ein "Herrenhaus", das nur aus einem Raum besteht.
Man begleitet die Frau Marion durch ein Jahr, erlebt aus ihrer Sicht den Alltag, erfährt in Rückblenden, wie sie ihre Kinder verloren hat, wie gefährdet diejenigen sind, die sie noch hat, wie gefährdet ihr Leben ist und das der anderen Dorfbewohner durch Krankheiten, Unfälle, Hungersnöte. Man fühlt ihren Schmerz und ihre Angst und doch auch ihre Zufriedenheit mit ihrem Leben, das hart und für uns heute unvorstellbar ist. Für mich ein schönes, einfühlsames Buch, das mich sehr beeindruckt hat.
"Tapfer, sachlich und sehr berührend"
In dieser Erzählung wird teilweise mit einer nüchternen Sachlichkeit Trauriges - für den westlichen Geist kaum vorstellbares - geschildert. ( der behinderte/verkrüppelte "Peterkin" erinnert uns nur zu schmerzhaft an unsere Möglichkeiten und seine Grenzen!) In einem ruhigen, anfangs fast unpersönlichen Erzählduktus, wird uns die damalige Lebensweise aus der Sicht Marions ( Peterkins Mutter) detailgenau nahegebracht. Es scheint, als spielen die Natur und ihre Gaben eine größere Rolle, als die Menschen selbst. Doch der zurückhaltenden Erzählerin gelingt auf diese Weise ein kleines Kunststück!
Indem sie liebevoll und detailversessen die Fauna und Flora des sie umsäumenden Weges beschreibt; verrät sie z. B. viel mehr über ihre Träume, ihre Psyche und ihre Ängste, als es ihr in der Schilderung des entbehrungsreichen Alltags je möglich ist.

Natürlich würde "unsereins" sich über mehr "Dialog" freuen - könnte man sich ein genaueres Bild über die Hauptfigur "Marion" machen; sind wir "dies eher gewohnt"; ( als Konsumenten der "leichten Literatur" und des sich ständig selbst erklärenden Fernsehens ) doch sobald wir uns an eben diese Art des Erzählen gewöhnt haben, sind wir auch mehr und mehr in der Lage zwischen den Zeilen zu lesen.
Dieses Kunststück; unsere gewohnten Denkstrukturen, und Erwartungshaltungen über den Haufen zu werfen; gelingt "Ann Baer" aufs Feinste!

Sie füttert unsren Geist nicht mit den erlösenden Sätzen, wenn "Schlimmes" passiert; sie tröstet uns nicht mit erleichternden, oder verharmlosenden Dialogen, sobald sich unverständliches, oder - für uns schwer vorstellbares - ereignet.
Im Gegenteil!, mit historisch äußerst korrektem, informativem; jedoch fast grausam mutendem, schmerzhaft sachlichem Stil schafft sie es, uns ganz und gar auf unsere eigene Gefühlswelt zurückzuwerfen - NICHTS gibt sie uns vor - weder Härte noch Heuchelei - es bleibt allein der Interpretation des Lesers überlassen.

Seine/Ihre Persönlichkeit kann somit jeden Satz prägen/fühlen ohne jegliche Voreingenommenheit oder Vorgabe der Autorin.
Was äußerst selten ist, bei historisch erklärenden, aufklärenden Romanen/Erzählungen; so gibt es doch zumeist eine "Stimme", welche uns suggeriert "wie schlimm das doch alles ist"; oder "wie hart all dies zu ertragen war - damals"; oder "wie grausam doch jene Zeiten" .. usw, usf.
Ann Baer jedoch, schafft es in diesem, in Jahreszeiten gegliedertem Roman, uns ganz und gar zu entführen in diese Zeit; ses gelingt ihr damit so gründlich uns aus dem digitalen Ticken, des Kurznachrichtzeitalters zu reißen; sie allein schaftt es, daß wir wir selbst bleiben während des Lesens!; daß wir die Dinge aus unserer Sicht hautnah erleben!, ganz und gar dabei sind; uns direkt vorstellen, wie dicke, feuchte Wolle im Winter wohl trocknen könnte.
Schnörkellos, und kitschfrei - und deshalb mutig und äußerst modern ist ihr Stil.

Denn: diese Marion, welche sich so gerne Nachts an ihrem Peter wärmt, hat Träume. Kleine, aber unglaubliche, fast unverschämt wirkende Träume, angesichts der Härte ihres täglichen Lebens. " Denn wie sollen die nassen Wollsocken nur trocknen, bis zum nächsten Morgen ..."
Und all dies zu entdecken; herauszufiltern, zu "lesen" in der fast nebenbei abgegebenen Beschreibung der
"Weidenröschen am Zaun", empfand ich persönlich als reines Vergnügen; empfand ich, wie einen ganz persönlichen, authentischen, geheimen Einblick in das Tagebuch einer Frau mitten im Leben einer engen, fest und unerbittlich strukturierten Dorfgemeinschaft des 13./14.Jahrhunderts.

Ihre "kleine,unspektakulär( scheinende!!) Geschichte" hat mich mehr berührt, als so manch anderer ... bekannter und leicht zu lesender "erfolgreicher Historien-Roman"!
Wenn hier Kinder oder Tiere zu Schaden kamen, gab es dicke Tränen von meiner Seite ... und ich weine nicht so leicht bei Büchern ... (!)
Daher kann ich diese mutige, außergewöhnliche Geschichte nur wärmstens empfehlen!
Feinfühlig und wirklich sehr interessant
Ein sehr unspektakuläres Buch, aber genau das macht es irgendwie aus. Man durchlebt ein Jahr mit Marion, der Frau eines armen Zimmermanns und fühlt sich wirklich ins Mittelalter zurückversetzt. Fast ist es so, als würde man selber zu einer Person dieses Romans und durch die Gegend laufen, um Marions Leben zu beobachten. Wer mal etwas anderes, als die typischen Mittelalter-Romane lesen möchte, der ist mit diesem Roman garantiert gut bedient.

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