Jakob der Lügner

Jakob der Lügner

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Authors: Georg Wieghaus, Lukas Ruegenberg, Jurek Becker
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: September 2002
Publisher: Butzon & Bercker
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Customer Review:
schlicht und dennoch einfühlsam
Dieses Buch geht einem nahe, gerade weil es eben nicht laut und tösend daher kommt, sondern sich heimlich, still und leise ins Herz stiehlt. Ohne jeden Schnick Schnack berichtet ein Erzähler (ein Freund von einem Freund von Jakob) die Geschichte einer einzigen kleinen Lüge und was aus ihr gewachsen ist. Ich habe in dieser Geschichte keinen erhobenen Zeigefinger gefunden, wie einige behaupten. Denn im Mittelpunkt steht die Lüge als "Hoffnungsmacher". Das diese nun mal am besten in einem jüdischen Ghetto funktioniert erscheint mir mehr als logisch. Dennoch könnte diese Geschichte genauso gut irgendwo anders auf der Welt spielen, denn auch heute noch könnte man in vielen Krisengebieten und überall dort, wo Menschen verzweifeln einen Jakob und sein "Radio" gebrauchen. Nein, ich stehe voll auf Jakobs Seite und kann seine Lügen in keinster Weise verurteilen. Ein gut lesbares Stück Literaturgeschichte.
Sehr wichtiges Buch...
Jurek Beckers Erstlingsroman ist zugleich das bekannteste Werk dieses 1937 in Lodz geborenen und als Sohn eines jüdischen Angestellten 1939 bis 1945 im dortigen Ghetto aufgewachsenen Autors. Er wird mit den Eltern in die KZ’s Ravensbrück und Sachsenhausen verschleppt, seine Mutter und fast alle anderen Verwandten werden von den Nazis ermordet. Mit dem Vater lässt er sich nach der Befreiung 1945 in Ost-Berlin nieder, erlernt erst spät die deutsche Sprache und veröffentlicht nach abzubrechendem Studium an der Filmhochschule Babelsberg das erst abgelehnte Drehbuch gleichen Titels als Roman „Jakob der Lügner“ 1968, der ihn weit über die DDR hinaus bekannt macht. Die DDR-Verfilmung des Romans 1974 wird sogar für den Oscar nominiert.
Es ist die anrührende Geschichte um Jakob, der im Ghetto zufällig eine Radionachricht belauschen kann, nach der die Russen bei Bezanika stehen sollen, und der diese Geschichte hoffnungspendend damit weiter ausschmückt, dass er sie als vorgeblicher Radiobesitzer fort-erfindet für die vom Abtransport bedrohten, häufig genug in ihrer Verzweiflung Selbstmord begehenden Ghetto-Bewohner. Dafür dass sich Becker überhaupt nicht mehr recht an die Ghettozeit erinnern konnte, hat er sich sehr einfühlsam mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Metaphern von „Bäumen“ beim Ich-Erzähler und den „Wolken“ bei Jakob und Lina tauchen immer wieder zwischendurch leitmotivisch auf. Die Sprache ist sehr nüchtern und distanziert gehalten, manchmal fast aus der unbeteiligten Sichtweise der Ghetto-Aufseher. Aber dennoch passiert viel in diesen kurzen Tagen vor Auflösung des Ghettos, sehr dicht werden viele Insassen geschildert mit ihren je eigenen Lebensweisen und ihren auch differierenden Ansichten zu Jakob, denn während die einen sich wärmen an seinen Nachrichten vom Vorrücken der Russen, fürchten die anderen das Einschreiten der Gestapo, wenn sie davon Wind bekommt, das da einer verbotener Weise Radio hört.
Das Ende ist nicht schön, aber das ist auch nicht zu erwarten, wenn man den geschichtlichen Hintergrund kennt. Alles andere wäre nicht glaubwürdig erschienen. Ich kann das Buch trotzdem unbedingt zur Lektüre allen empfehlen, die sich mit dem Erleben des jüdischen Ghettos aus Sicht der Betroffenen auseinandersetzen möchten. (6.03.06)
Vergesst nicht ihr Deutschen,...
... sowas darf nicht noch einmal geschehen! Dies ist die Grundaussage des Buches, so wie sie es auch von tausenden Anderen ist, die man als Schüler in Deutschland und als deutschsprachiger Schüler überall anders lesen muss. Das Buch ist mit "Kunstgriffen" überfüllt (so wie es aus Anderschs Sansibar, Seghers Kreuz etc. sind) und rechtfertigt somit die Würde, von Schülern mit deutscher Muttersprache gelesen werden zu müssen. Man muss ja daran erinnert werden, man darf nie vergessen. Deswegen wird man nicht nur im Geschichtsunterricht daran erinnert, sondern auch im Deutschunterricht, im Geographieunterricht, im Politikunterricht, im Englischunterricht, im Französischunterricht, im Matheunterricht, im Sportunterricht, im Biologie- und Chemieunterricht, im Physikunterricht und in anderen Fächern bestimmt auch noch. Da flüchtet man nun als gequälter Erinnerter ins Ausland, um dort das IB Diploma zu machen und freut sich schon auf einen weltoffenen Deutschunterricht und sieht auf der Literaturliste Werke wie Fugards "Township Plays", Orwells "Animal Farm" und Goethes "Faust".... und was liest man dann tatsächlich? Andersch, Becker, Segher, Brecht. Wenn es mal um Gedichte geht, dann natürlich welche von Erich Fried. Aber nun schweife ich ab... zurück zu Jakob. Teilweise wird Spannung aufgebaut, die dann aber durch Eingriffe des Ich-Erzählers zerstört wird (wird Kunstgriff genannt und muss bewundert werden). Man wird etwas in die Misere mit reingezogen, da der Ich-Erzähler einem ein "Schwätzchen" aufzwingt. Nunja und so weiter halt. Wer mit mir nicht übereinstimmt, kann sich das Buch gerne kaufen. Wer etwas an der Gegenwart und Zukunft interessiert ist, kauft sich lieber J.K. Galbraiths "The Affluent Society" oder besser, spendet das Geld an Oxfam und liest Galbraith in der Bibliothek.

Books:

  1. Gute-Nacht-Gebete
  2. Vater unser im Himmel. Bildergebetbuch
  3. Der Vinzi Stier. Vinzi und Bertl auf der Hochalm
  4. Tisch-Gebete
  5. Das Fest der Farben
  6. Guten Morgen, lieber Gott!. Pappstanzbilderbuch
  7. Noah und die Tiere. Badebuch. Knautschen und Plantschen
  8. Was Jesus erzählt. Ein klipp-klapp-Buch
  9. Klopf klopf! Wer ist da? Ein klipp-klapp-Buch zur Weihnachtsgeschichte
  10. Zwei von jeder Art

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