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Authors: Louise Fatio, Roger Duvoisin
Catalog: Book
Media: Gebundene Ausgabe
Release Date: Mai 2006
Publisher: Kerle, Freiburg
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Customer Review:
Zeitlos, liebevoll und unterhaltsam
Eine bibliophile Kostbarkeit unter den Kinderbüchern neu aufgelegt - zeitlos charmant erzählt und wunderbar illustriert:
Die ungekünstelte, liebevolle Darstellung des "glücklichen Löwen" berührte mich als Kind bereits so sehr, dass ich schnell des Lesens mächtig werden wollte, um nicht aufs Vorlesen angewiesen zu sein. Ich konnte von der Geschichte nicht genug bekommen. Jetzt, zwanzig Jahre später, berührt sie mich wieder, wenn ich selber als Vater meinen Kindern vom "glücklichen Löwen" vorlese. Zwanzig Jahre nicht gesehen - und doch war mir beim Wiedersehen jedes Detail, jede Farbe, jeder Strich, jedes Wort und vor allem: jeder Gesichtsausdruck des Löwen vertraut.
Doch auch jenseits dieser persönlichen Erfahrung hält dieses Buch so wie die Folgebände dem Urteil meines Buchhändlers stand, dass es zum Besten gehöre, was an Kinderbüchern in letzter Zeit aufgelegt oder wiederaufgelegt wurde - auch angesichts des grellen, quietschigen, hysterischen oder "pädagogisch wertvollen" Überflusses an neueren Kinderbüchern, die manchmal nicht ohne Glitzereffekte auskommen und von derart einfacher Sprache sind, dass man sich lieber selber Texte ausdenkt.
Empfehlen kann man dieses Buch dann auch nur denjenigen Eltern, die selber Freude in anrührenden, sensibel gezeichneten Geschichten haben und denen es mehr um den Inhalt geht als um kurze Ablenkung - die Geschmack haben und etwas Besonderes suchen im bunten Einheits-Allerlei der Kinderbuchabteilung.
Die Zeichnungen sind wunderbar schlicht gehalten, dennoch detailreich, äußerst sensibel und gekonnt vor allem in den differenzierten Gesichtsausdrücken, jedoch nie übertrieben. Nur wenige neuere Kinderbücher erfüllen solche Ansprüche.
Der "glückliche Löwe" hat meine dreijährige Tochter nicht nur köstlich unterhalten, sondern auch nachhaltig ihre Phantasie angeregt: Sie denkt sich täglich neue Geschichten und Erlebnisse mit ihm aus.
Vernichtendes Urteil
Roger Duvoisin hat den „glücklichen" Löwen und die etwas einfältigen Stadtbewohner in kräftigen, beinahe expressionistischen Bildern zum Leben erweckt, welche aufgrund der skizzenhaften Linienführung und der geringen Farbenvielfalt allerdings eher an Cartoons aus Zeitschriften erinnern. Besonders viele Details sind in den eher schlicht gehaltenen Illustrationen nicht zu erkennen. Fast erscheinen sie etwas lieblos. Neben kolorierten Bildern in warmen Rot- und Ockertönen ist jede zweite Zeichnung lediglich im Duoton abgedruckt.
So ehrenhaft es für die Autoren auch gewesen sein mag, den Jugendliteraturpreis entgegen nehmen zu dürfen, kommt man 50 Jahre später zu dem vernichtenden Urteil, dass „Der glückliche Löwe" im Jahre 2005 längst nicht mehr den Anforderungen gerecht werden kann, die heutzutage an ein Bilderbuch gestellt werden.
An dieser Stelle möchte ich vielmehr auf die übrigen Werke aus dem KeRLE Verlag bei Herder verweisen, die ausnahmslos und mit gutem Gewissen empfohlen werden können. Allesamt von bibliophiler Kostbarkeit, lassen sie nicht nur Kinderherzen höher schlagen und vermitteln in farbenprächtigen, leuchtenden sowie liebevoll gestalteten Bildern Werte, auf die es im Leben wirklich ankommt, die aber in der heutigen Leistungsgesellschaft leider oftmals in Vergessenheit geraten- mit besonderem Augenmerk auf die unantastbare Individualität des Kindes. Die einzigartigen Bilder- und Vorlesebücher erweisen sich als ebenso unterhaltsam wie pädagogisch wertvoll. Mit zeitlosem Charme werden die Kleinen über die großen Themen des Lebens informiert und für unbegründete Vorurteile sensibilisiert.
Zu den erfolgreichsten Publikationen zählen die Bilderbücher mit den atemberaubenden Glitzereffekten bei einer Gesamtauflage von über 70.000 Exemplaren („Kleine Elfe, bring mir Glück", „Kleine Elfe, komm zurück", „Auch du hast einen Stern"), die eminent kindgerechten Interpretationen der wichtigsten Bibelgeschichten mit wahrhaftigen Gemälden der Ausnahmekünstlerin Jane Ray sowie die Werke „Küssen nicht erlaubt", „Vimala gehört zu uns" und „Geh mit niemandem mit, Lena!", in denen zwei Künstlerseelen zu einem Paartanz zusammengefunden haben, der in sanften Schwingungen um typische Elternthemen kreist.
Bei den Vorlesebüchern sind die Abenteuer der Hexe Billerbix nenneswert, bei den Jugendbüchern die Detektivgeschichten des Professors Berkley, der gemeinsam mit seiner schwarzen Katze Witty schon so manchem Verbrecher das Handwerk gelegt hat.
Auf jeden Fall hat der KeRLE Verlag seinen Konkurrenten eines voraus: Das gewisse Etwas.
Vorsicht: nur ein Kapitel!
Die Geschichte vom "Glücklichen Löwen" ist eine der liebevollsten Kindergeschichten mit wunderschönen Illustrationen - viele kennen sie noch aus der eigenen Kindheit.
Trotzdem sollte man bei der hier vorliegenden Ausgabe wissen, dass sich hierin nur eines der sonst drei bis vier Kapitel befindet. Dieses Buch enthält nur die Geschichte, bei der der glückliche Löwe aus dem Zoo ausbricht und durch die Stadt streift; die Geschichten vom glücklichen Löwenkind und der Löwin, oder "Der Glückliche Löwe und der Bär", findet man nur in der Gesamtausgabe, die aber zur Zeit nicht mehr aufgelegt wird.
Freut man sich allerdings auch über nur ein Kapitel der schönen alten Geschichte vom glücklichen Löwen, dann ist dieses Kapitel natürlich auch alleine sehr empfehlenswert.
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